Infonetz-OWLInfonetz-OWL
Startseite
Das Infonetz

Suche

 
Katalog 
Druckversion

Mitreden
Impressum
Hilfe
Partner

Logo Nordrhein-Westfälische Stiftung für Umwelt und Entwicklung

Logo Umweltzentrum

Atomenergie

Hintergrund

Atomkraftwerk Biblis

„Der Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986 hat die Risiken der Atomkraft deutlich gemacht.

Deutschland verfügt über hohe Sicherheitsstandards; ein Unfall mit schwersten Folgen kann aber nirgendwo ausgeschlossen werden.

Die Bundesregierung hat 2011 - nach der Atomkatstrophe von Fukushima - den vollständigen Ausstieg aus der Atomstromproduktion beschlossen.“

Ein Problem, das nach wie vor ungelöst ist, ist die Lagerung des radioaktiven Abfalls. Dieser Atommüll ist in Teilen noch Millionen Jahre strahlungsaktiv. Ein gefährliches Erbe für die zukünftigen Generationen.

 

 

Rat und Tat

Die Atomkatastrophe von Fukushima war nicht nur ein menschliches und umweltpolitisches Desaster, sondern auch ein finanzielles

"Jahrestage sind Erinnerungstage. Je länger das Ereignis zurück liegt, desto schwächer die Erinnerung – und desto wichtiger der Jahrestag. So gesehen wäre der Jahrestag des Beginns der Fukushima-Katastrophe eigentlich nicht der Rede wert, liegt das Ereignis doch gerade mal drei Jahre zurück.
Doch das kollektive, vor allem das politische Gedächtnis, verfügt offenbar ausgerechnet beim Thema Atomkraft über eine besonders kurze Halbwertzeit.

Anders ist es kaum zu erklären, dass uns beim Thema Energiewende inzwischen nichts anderes einfällt als etwa der Aktienkurs von RWE, die 2000 Arbeitsplätze in der deutschen Aluminiumindustrie oder jene 20 Euro, die wir am Ende des Jahres wegen der gestiegenen EEG-Umlage vielleicht weniger haben in unserem Portemonnaie.
Verstrahlte Landschaften, 120.000 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, geschmolzene Reaktorkerne, unablässig fließende, gigantische Mengen kontaminierten Wassers – war da nicht was? Wie hatte doch Bundeskanzlerin Merkel am 6. Juni 2011 ihre ganz persönliche Wende begründet: "In Fukushima haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass selbst in einem Hochtechnologieland wie Japan, die Risiken der Kernenergie nicht sicher beherrscht werden können"
Die selbe Kanzlern stellt heute, drei Jahre später, gemeinsam mit ihrem SPD-Vize Gabriel nicht die Sicherheit, sondern die Kosten in den Mittelpunkt ihrer Energiepolitik. Wie dreist, dumm oder vergesslich muss man sein, um einen solchen Paradigmenwechsel innerhalb von nur 36 Monaten hinzukriegen.

Aber selbst wenn einem der eigene Geldbeutel wichtiger ist als die Gesundheit der anderen – nicht einmal dann macht es Sinn, den Atomausstieg und die Energiewende in Frage zu stellen oder auch nur zu verlangsamen. Denn Atomkraft ist nicht nur gefährlich, sie ist auch extrem teuer, wie die jüngsten Recherchen des WDR zeigen. Allein für die Beseitigung von Katastrophen-Folgen und den Bau von Reaktoren, die nie Strom geliefert haben, hat die Welt bislang mehr als eine Billion Dollar ausgegeben. Atomkraft ist die größte Fehlinvestition aller Zeiten.
Dabei ist die große Sause, die gigantische Geldvernichtung im Namen der Atomenergie längst noch nicht zu Ende, auch nicht in Deutschland. Immer noch werden 40 Prozent der Energieforschungsmittel in Nuklear-Projekte gesteckt, zum Beispiel in die Kernfusion. Immer noch gibt es Kredite und Bürgschaften für Atomkraftwerke im Ausland. Drei Jahre nach dem Beginn der Katastrophe in Fukushima ist es an der Zeit, diesen Irrsinn zu beenden, den Atomausstieg und die Energiewende nicht auszubremsen, sondern beides zu beschleunigen: Aus Gründen der ökologischen und ökonomischen Vernunft."

Jürgen Döschner, Kommentar in der WDR5 Sendung "Morgenecho" vom 11. 3. 2014

 

 

Das Fukushima Disaster

Auf dieser Seite finden Sie Reportagen und Berichte über die tatsächlichen Auswirkungen der Atomkatastrophe in Japan; veröffentlicht von den Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW).

www.fukushima-disaster.de/deutsche-information/super-gau

 

Atomausstieg bis 2022 - Umweltbundesamt hält früheren Ausstieg für möglich

Mit dem Beschluss der Bundesregierung vom 30.06.2011 ist vereinbart worden die Atomkraftwerke in Deutschland bis spätestens 2022 stillzulegen.
Laut Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) wäre ein vollständiger Ausstieg ohne Versorgungsengpässe schon ab dem Jahr 2017 möglich. Um die Energiewende zu ermöglichen, müssen hocheffiziente und flexible Gaskraftwerke gebaut, die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut und mehr Energie gespart werden. Deutlich höhere Strompreise erwartet das UBA durch den Atomausstieg nicht." www.umweltbundesamt.de

 

)

Liste der Kernreaktoren in Deutschland

de.wikipedia.org/Kernreaktoren

 

Informieren

Auf der Seite des Umweltministeriums www.bmu.de finden Sie die derzeitigen offiziellen Rahmenbedingungen für die Kernenergienutzung in der Bundesrepublik sowie weitere Informationen zum Thema Kernenergie und Strahlenschutz.

 

Sehr viele kritische Informationen rund um die Atomkraft (Atomkraft und Klimawandel, Sicherheit, Kosten, Atomausstieg) finden sich z.B. beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND; Informationen zusammengestellt auch in einem Download: „Sieben Fragen und Antworten zum Thema Atomkraft“ www.bund-gegen-atomkraft.de unter dem Stichwort Medien.

 

Atomkraft in der EU

12 Staaten betreiben keine Atomkraftwerke:

Dänemark, Estland, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal und Zypern.

Ausstiegs-Beschlüsse aus der Kernenergie wurden in

Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Spanien gefasst.

Finnland, Bulgarien und Frankreich sind bislang diejenigen Mitgliedsländer der EU, in welchen der Bau von neuen Atomreaktoren beschlossene Sache ist.

 

Erhöhte Krebsgefahr für Kleinkinder in der Umgebung von Atomkraftwerken

"Das Risiko für Kinder unter 5 Jahren, an Leukämie zu erkranken, nimmt zu, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerk liegt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Kinderkrebsregisters in Mainz (DKKR) unter Leitung von Professorin Maria Blettner im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). BfS-Präsident Wolfram König: „Das Ergebnis der Studie ist belastbar. Es ist nach bisheriger Prüfung kein Fehler bzw. Irrtum bei der Entwicklung des Studiendesigns noch bei der Gewinnung und Analyse der Daten erkennbar, der den beobachteten Effekt erklären könnte.“ (...)„Das Ergebnis passt zu ähnlichen Untersuchungen, die weltweit durchgeführt werden“, so König weiter. In einer so genannte Metaanalyse, in der bisherige ökologische Studien zum Auftreten von Krebs im Kindesalter in der Umgebung von Kernkraftwerken zusammengefasst und ausgewertet wurden, war 2007 ebenfalls ein solcher Zusammenhang festgestellt worden. BfS-Präsident König: „Überraschend ist jedoch, dass nachweislich, das Risiko für Kinder, an Leukämie zu erkranken, umso größer ist, je näher sie am Reaktor wohnen.“ (Quelle: www.bfs.de/de/bfs/presse/pr07/pr0712)

Weitere Informationen unter www.bfs/kinderkrebs

 

Radioaktivität in Lebensmitteln

Die gemeinnützige Organisation foodwatch veröffentlicht zum Thema Strahlenbelastung von Lebensmitteln viele Informationen. Zusammen mit der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) fordert sie eine drastische Senkung der Grenzwerte. Informieren Sie sich unter foodwatch.de/radioaktivitaet

Auch das Umweltinstitut München informiert zu radioaktiv belasteten Lebensmitteln und Pflanzen, wie z.B. nach wie vor belasteten Pilzen und Waldfrüchten. umweltinstitut.org/radioaktive-strahlung

 

Wechseln Sie zum „Strom ohne Atom“

Einige Energieversorgungsunternehmen beziehen Strom ganz oder zu großen Teilen aus erneuerbaren Energien. Wechseln Sie zu einem Stromanbieter, der auf Atomenergie verzichtet. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Seite

Stomanbieterwechsel

 

Strom-Sparen, die umweltfreundlichste Energiequelle

Die entsprechenden Informationen finden Sie auf der Seite

Stromspar-Tipps

 

 

Ansprechpartner

Anti-Atom-OWL
Die Atomkraft Gegner aus Ostwestfalen-Lippe

www.anti-atom-owl.de

 

Aktionsbündnis "Bielefeld steigt aus"

Bürger, die sich in Bielefeld mit anderen gegen den Einsatz von Atomkraft organisieren wollen, sollten sich an das Aktionsbündnis "Bielefeld steigt aus" wenden.

 

Viele Informationen zu den Themen Kernenergie/Radioaktivität

bündelt das Umweltinstitut München

www.umweltinstitut.org

 

Radioaktivitätsmessungen

werden vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe CVUA-OWL durchgeführt

Tel. 05231/ 9119

www.cvua-owl.de

 

Die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute

nennt weitere Institute, die Radioaktivität messen

www.agoef.de

 

 

Pinnwand

Leben nach Tschernobyl

Hermine Oberück ist eine der wenigen deutschen Fotografinnen und Fotografen, die sich kontinuierlich mit den Folgen der Katastrophe in Tschernobyl für das Land und die dort lebenden Menschen auseinandergesetzt hat:

In den vergangenen 20 Jahren ist die Bielefelder Fotografin sechsmal nach Weißrussland und in die Ukraine gereist, um die Folgen der nuklearen Katastrophe zu dokumentieren. Sie portraitiert dabei nicht nur Menschen, die erkrankt sind,

sondern zeigt auch Landschaften und Orte im Einzugsbereich des explodierten Reaktors.

Hermine Oberück (2011). Leben nach Tschernobyl. Fotografie 1986 - 2010. Bielefeld. Kunstsinn Verlag. fotografie-oberueck.com

 

 

 

Unterrichtsmaterialien

Buch und Film "Die Wolke"

Neben der Lektüre des Bestsellers "Die Wolke" von Gudrun Pausewang aus dem Jahr 1987, der in vielen Schulen zum festen Bestandteil des Lehrplans für die Jahrgangsstufen 6 bis 10 gehört, besteht seit März 2006 auch die Möglichkeit, den gleichnamigen Film im Unterricht zu zeigen. Die Wolke zeigt das realistische Szenario eines möglichen Atom-Unfalls in Deutschland. Ein Störfall in einem Kernkraftwerk erschüttert das Land. Eine radioaktive Wolke tritt aus und treibt auf den kleinen Ort Schlitz zu. Alle, die in unmittelbarer Nähe des Kernkraftwerks leben, sind sofort verstrahlt – 38.000 Menschen sind tot. Neben dem spannenden Szenario verleiht die Liebesgeschichte der beiden 16 Jährigen Hannah und Elmar dem Film seinen Reiz.

Birgitta Reddig-Korn (Hg.) Materialien zur Unterrichtspraxis - Gudrun Pausewang: Die Wolke

 

 

Linkliste

Ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie

www.ausgestrahlt.de

 

100 gute Gründe gegen Atomkraft

www.100-gute-gruende.de

 

Umweltinstitut München

www.umweltinstitut.org

 

Bundesumweltministerium

www.bmu.de

 

Bundesamt für Strahlenschutz

www.bfs.de

 

Strahlenschutzkommission

www.ssk.de

 

Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit

www.grs.de

 

Deutsches Atomforum/ Informationen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie

www.kernenergie.de

 

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND

www.bund-gegen-atomkraft.de

 

Mütter gegen Atomkraft e.V.

www.muettergegenatomkraft.de

 

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges,

Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.

www.IPPNW.de

 

Gemeinnütziger Verein für Umsiedlung, Integration, Versöhnung

www.heimstatt-tschernobyl.org

 

 

Literatur

Adamek, S. (2011). Die Atom-Lüge – Getäuscht, vertuscht, verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. München. Heyne Verlag

 

Cooke, S. (2011). Atom: die Geschichte des nuklearen Irrtums. Köln. Kiepenheuer & Witsch.

 

Oberück, H. (2011). Leben nach Tschernobyl. Fotografie 1986 - 2010. Bielefeld. Kunstsinn Verlag.

 

Spaemann, R. (2011). Nach uns die Kernschmelze. Hybris im atomaren Zeitalter. Stuttgart. Klett-Cotta Verlag

 

Umweltbundesamt (2011). Umstrukturierung der Stromversorgung in Deutschland. Presse-Hintergrungpapiere.

Kostenlos zu bestellen und als Download unter

www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien

 

Umweltbundesamt (2010). Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen. Kostenlos zu bestellen und als Download unter

www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien

 

Rosenkranz, G. (2010). Mythen der Atomkraft. Wie uns die Atomlobby hinters Licht führt. München. oekom-Verlag

 

Hilliges, A./ Wachidowa, I. (2006). Der Tag an dem die Wolke kam. Wie wir Tschernobyl überlebten. München. Heyne Verlag

 

 

Verwandte Themen

Bildnachweis

Atomkraftwerk Biblis: © H.-G. Oed / Bundesumweltministerium

Transparent zum Atomausstieg: © Denis Apel