

Inhaltsverzeichnis [anzeigen]
Hintergrund
„Muttermilch ist die beste, die vorteilhafteste und die preiswerteste Nahrung für das Neugeborene. Gestillte Säuglinge erkranken im ersten Lebensjahr seltener an Infektionen und neigen im späteren Alter weniger zu Übergewicht. Auch auf das Allergierisiko scheint Stillen einen positiven Einfluss zu haben. Neben der Gesundheit des Säuglings fördert Stillen auch die Gesundheit der Mutter. Weil Stillen Energie verbraucht, nehmen Mütter nach der Geburt zum Beispiel leichter wieder ab. Ebenso wichtig wie die physische Komponente ist die psychische: Stillen steigert das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) setzt sich deshalb dafür ein, dass Mütter ihre Kinder möglichst sechs Monate lang ausschließlich stillen. „Dass in Muttermilch auch ein breites Spektrum an Chemikalien nachgewiesen werden kann, sollte keine Mutter vom Stillen abhalten“ empfiehlt die Leiterin der Nationalen Stillkommission, Professor Hildegard Przyrembel.“ Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (2005) www.bfr.bund.de
Auf die besonderen Vorteile der Muttermilch für das Kind weist auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte auf seiner Internetseite hin:
Quelle: Kinder- & Jugendärzte im Netz (2005) www.kinderaerzte-im-netz.de.
Rat und Tat
Viele Stoffe mit denen die Mutter in Kontakt gekommen ist, finden sich in der Muttermilch wieder: Nikotin, Koffein, Alkohol und auch viele Schadstoffe aus der Umwelt. Eine schadstofffreie Muttermilch gibt es nicht, da die Luft, der Boden, die Meere und unsere Nahrung Schadstoffe enthalten.
„Außerdem können fettlösliche Schadstoffe aus dem Brustgewerbe in die Muttermilch gelangen. Da die Brüste zu einem großen Teil aus Fettgewebe bestehen, sammeln sich in ihnen langlebige, fettlösliche Substanzen an. Zu diesen Stoffen gehören vor allem chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie z.B. DDT, PCB, Dioxine und Furane. Diese sind in der Muttermilch zum Teil in wesentlich höheren Konzentrationen enthalten als in der Kuhmilch, da der Mensch als letztes Glied in der Nahrungskette auch am meisten Biozide aufnimmt." Quelle: KATALYSE e. V. „Das Umweltlexikon“, Köln, 1993
Mehr als 300 Chemikalien lassen sich in der Muttermilch nachweisen. Sie ist darum auch ein idealer Bioindikator für die Belastung der Umwelt.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND, hat erstmals sämtliche Ergebnisse von Muttermilchuntersuchungen der vergangenen Jahre in einer Studie zusammengefasst. Dabei wurde festgestellt, dass zwar die Belastungen mit DDT, Dioxinen und PCB wegen inzwischen greifender Verbote und Regelungen zum Teil deutlich zurückgegangen sind, dafür aber immer mehr neue gefährliche Stoffe (Weichmacher, Flammschutzmittel, Duftstoffe) auftauchen. Fazit des BUND: „Wir raten nicht vom Stillen ab, sondern wollen, dass die Belastungen schnell und effektiv minimiert werden.“
Beim Bundesinstitut für Risikobewertung, - BfR - werden seit Mitte der achtziger Jahre Untersuchungsergebnisse von Frauenmilch aus den Bundesländern gesammelt, dokumentiert und ausgewertet. www.bfr.bund.de.
Muttermilch untersuchen lassen
Frauen, die ihre Milch auf verschiedene Stoffe untersuchen lassen wollen, können dies beim
Chemisches Landes- und staatliches Veterinäruntersuchungsamt
Joseph-König-Str. 40
48147 Münster
Tel. 0251/9821-0
Für die Analyse wird eine Gebühr von 10 Euro erhoben.
Muttermilch auf PFT untersuchen lassen
Stillende Müttter aus NRW könnnen Proben ihrer Milch auf Belastungen mit perfluorierten Tensiden untersuchen lassen. Kostenlos werden die Untersuchungen vom Chemischen Landes- und Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Münster durchgeführt. Tel. 0251/9821-0.
Stillempfehlungen
der nationalen Stillkommission sind kostenlos, in verschiedenen Sprachen erhältlich bei der
Geschäftsstelle der Nationalen Stillkommission
Bundesinstitut für Risikobewertung
Thielallee 88- 92
14195 Berlin
E-Mail:Stillkommission@bfr.bund.de
als “Download“ unter www.bfr.bund.de/stillempfehlungen
Ansprechpartner
Hebammenzentrale Bielefeld-Gütersloh e.V.
Spindelstr. 79
33604 Bielefeld
0521/2704202
Verein Frauenmantel
Linkliste
Bundesinstitut für Risikobewertung, Informationen zu Säuglingsernährung
Internetportal zum Thema Stillen
Bund Deutscher Hebammen
Bund freiberufllicher Hebammen e. V.
Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen (Stillberaterinnen)
Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen
La Leche Liga Deutschland e. V.
Gemeinnützige, internationale Fachorganisation zum Thema Stillen
Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, BUND
www.bund.net und www.bundgegengift.de
Allergie - Umwelt -Gesundheit
Literatur
Lothrop, H.(2006).Das Stillbuch.München: Kösel-Verlag.
Hormann, E./Guóth-Gumberger, M. (2008). Stillen. München: Gräfe & Unzer.
Weigert, V. (2005). Das kleine Stillbuch. München: Kösel-Verlag.
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2001). Stillen und Muttermilchernährung, Bd. 3.
Verwandte Themen
Bildnachweis
Säugling: © Christof Trischler