Infonetz-OWLInfonetz-OWL
Startseite
Das Infonetz

Suche

 
Katalog 
Druckversion

Mitreden
Impressum
Hilfe
Partner

Logo Nordrhein-Westfälische Stiftung für Umwelt und Entwicklung

Logo Umweltzentrum

Schadstoffe in Innenräumen

Hintergrund

Spanplatte

Die Menschen in den Industrieländern halten sich im Durchschnitt 20 Stunden am Tag in geschlossenen Räumen auf. „Bauprodukte und andere Materialien in diesen Räumen sind zunehmend synthetischen Ursprungs und dünsten oft Inhaltstoffe aus. Zugleich haben die – unbestreitbar sinnvollen – Maßnahmen zur Energieeinsparung der letzten Jahre dazu geführt, dass der Austausch mit der Außenluft immer geringer wurde. Eine „Zwangslüftung“ durch Fenster- und Türspalte, wie es sie früher einmal gab, findet heute nicht mehr statt. Unser Lüftungsverhalten haben wir jedoch diesen neuen Bedingungen oft noch nicht angepasst. Dies alles führt dazu, dass sowohl die Konzentration an schädlichen Stoffen in den Innenraumluft als auch deren Anzahl immer weiter zugenommen haben.“ Quelle:

Verbraucherzentrale NRW (2005), Gesund wohnen – Schadstoffe beseitigen. Düsseldorf

 

Schadstoffe in Innenräumen können verschiedenste Quellen haben: Luftbelastungen in der näheren äußeren Umgebung (z. B. von viel befahrenen Straßen), Baumaterialien, Holzschutzmittel, Zigarettenrauch, Möbel, Raumausstattung, Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmel.

 

Ebenso verschiedenartig können die Beschwerden sein, die durch Wohngifte hervorgerufen werden:

- Kopfschmerzen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit

- Reizungen von Augen, Nase, Rachen

- trockene Haut

- häufige Infektionen und Husten

- Schwindelgefühle und Übelkeit

- Juckreiz und Überempfindlichkeiten

 

Verschiedene Schadstoffgruppen

Sehr viele unterschiedliche Schadstoffgruppen finden sich in Innenräumen. Zu folgenden Substanzen finden Sie weitere Informationen im Infonetz:

Toner

Voc - flüchtige organische-chemische Kohlenwasserstoffe

Biozide und Holzschutzmittel

Radon

PAK- polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

Künstliche Mineralwolle

Asbest

Hausstaub

Formaldehyd

Schimmel

 

Rat und Tat

Schadstoffe vermeiden

Eine Vielzahl von Maßnahmen zur Vermeidung von Schadstoffen, bzw. von zu hohen Schadstoffkonzentrationen lassen sich nennen. Hier eine Auswahl:

  • Achten Sie bei der Wahl von Möbeln, Teppichen und anderen Einrichtungsgegenständen auf Umweltfreundlichkeit, der „Blaue Umweltengel“ und andere Gütesiegel sind Anhaltspunkte
  • Achten Sie beim Tapezieren, Streichen, Abdichten usw. auf die Verwendung schadstoffarmer Produkte
  • Vermeiden Sie PVC-haltige Bodenbeläge und sonstige PVC-Produkte
  • Vermeiden Sie giftige Schädlingsbekämpfungsmittel, weiter Informationen unter Schädlinge/Lästlinge im Haus
  • Lassen Sie Öfen, Gasheizungen, Gasherde und Schornsteine regelmäßig warten
  • Vermeiden Sie Schimmelbildung in ihrer Wohnung bzw. gehen Sie bei Befall sofort dagegen an. Informationen rund um das Thema Schimmel finden Sie auf der Seite Schimmel

 

Regelmäßig und richtig Lüften

Lüften Sie regelmäßig, um Schadstoffanreicherungen entgegenzuwirken. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Seite Richtig lüften.

 

Kein Rauchen in Innenräumen

Zigarettenrauch belastet nicht nur die Raucher selbst mit vielen giftigen Substanzen, sondern auch andere, die zum Passivrauchen gezwungen werden. Deshalb sollte das generelle Rauchverbot, in öffentlichen Einrichtungen auch für Pivatwohnungen gelten.

 

Zimmerpflanzen

Zur Verbesserung des Raumklimas können Pflanzen beitragen. Sie geben Feuchtigkeit ab, produzieren Sauerstoff und verarbeiten Kohlendioxid. Einige Arten sind darüber hinaus (so ist es jedenfalls in einigen Veröffentlichungen zum Thema zu lesen) in der Lage Schadstoffe in gewissem Maße aus der Luft zu filtern. In dem Zusammenhang häufig genannt werden: Grünlilie, Philodendren, Drachenbaum Efeu und Efeutute.

 

Schadstoffuntersuchungen

Informationen und Hinweise finden Sie auf der Seite Schadstoffuntersuchungen.

 

Auskunft zu besorgniserregenden Chemikalien in Alltagsprodukten

"Werden chemische Stoffe zu Erzeugnissen verarbeitet (z.B. ein Farbstoff in einem Kunststoffprodukt), müssen innerhalb der Lieferkette Informationen zu den enthaltenen, besonders besorgniserregenden Stoffen und zur sicheren Handhabung weitergegeben werden. Verbraucher können beim Händler, Hersteller oder Importeur nachfragen, welche besonders besorgniserregenden Stoffe der Kandidatenliste in einem Erzeugnis enthalten sind. Händler, Hersteller und Importeure müssen sie dann innerhalb von 45 Tagen kostenlos darüber informieren – unabhängig von einem möglichen Kauf.

 

Die Auskunftspflicht gilt sobald die Konzentration des jeweiligen Stoffes im Erzeugnis 0,1 Massenprozent überschreitet. Sie gilt für die meisten Gegenstände, z.B. Haushaltswaren, Textilien, Schuhe, Sportartikel, Möbel, Heimwerkerbedarf, Elektro-/Elektronikgeräte, Spielzeug, Fahrzeuge oder Verpackungen. Sie gilt nicht in Bereichen, die speziellen Regelungen unterliegen. Dazu gehören z.B. flüssige oder pulverförmige Produkte (wie Lacke oder Farben), Medizinprodukte, Arzneimittel, Lebensmittel und deren Verpackungen, Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel, Futtermittel, Pflanzenschutzmittel und Biozide." Quelle und weitere Informationen unter www.reach-info.de/auskunftsrecht

 

Anfragen schnell und einfach per Online-Formular stellen

Tragen Sie lediglich die Nummer unter dem Strichcode des Produktes ins Formular ein und geben ihre Kontaktdaten an, damit sie eine Antwort erhalten. Es wird automatisch eine Anfrage an den Hersteller oder Importeur erstellt. Das Formular ist ein Angebot des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), unterstützt durch das Umweltbundesamt.

verbraucheranfrage/Online-Formular

Der BUND stellt auf seiner Internet-Seite auch ein Forum www.bund.net/forum-auskunft zur Verfügung, in dem sich Verbraucher über Ihre Erfahrungen mit dem Auskunftsrecht gemäß REACH (s.u.) austauschen können.

 

REACH – Was ist das?

"REACH ist die Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Sie ist seit 2007 in Kraft und soll ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sicherstellen. Sie soll gleichzeitig den freien Verkehr von Chemikalien auf dem Binnenmarkt gewährleisten und Wettbewerbsfähigkeit und Innovation fördern. REACH beruht auf dem Grundsatz, dass Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender die Verantwortung für ihre Chemikalien übernehmen: Sie müssen sicherstellen, dass Chemikalien, die sie herstellen und in Verkehr bringen, sicher verwendet werden. Das Kürzel „REACH“ leitet sich aus dem englischen Titel der Verordnung ab: Regulation concerning the Registration , Evaluation , Authorisation and Restriction of CHemicals. Die REACH-Verordnung gilt als eines der strengsten Chemikaliengesetze der Welt." Quelle und weitere Informationen unter www.reach-Informationsportal

 

 

Ansprechpartner

Umweltmediziner

Wenn Sie glauben, dass ihre gesundheitlichen Beschwerden durch schädliche Umwelteinflüsse ausgelöst werden könnten, kann der Kontakt zu einem umweltmedizinisch qualifizierten Arzt hilfreich sein. Adressen entsprechender Ärzte in Ihrer Region erfahren Sie von Ihrem Hausarzt oder im Internet-Angebot "Arztsuche" der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe www.kvwl.de "Zusatzbezeichnung" Umweltmedizin. Diese Ärzte waren auch berechtigt zu veranlassen, dass das so genannte „Umweltmobil“, zwecks Schadstoffuntersuchungen in ihrer Wohnumgebung tätig wurde. Leider werden die Kosten hierfür nicht mehr von den Krankenkassen übernommen.

 

Schadstoffuntersuchungen werden z.T. von öffentlichen Einrichtungen - chemische Untersuchungsämter, Gesundheits- und Umweltämter - vorgenommen. In jedem Fall sind sie Ansprechpartner für Fragen rund um das Thema und können private Labore und Institute, die Analysen durchführen, nennen.

 

"Gesünder-wohnen-Telefon" - Verband Deutscher Baubiologen

Kostenlose telefonische Beratung www.baubiologie.net/Beratungstelefon

 

Umweltberatungsstellen

Informationen und weitere Ansprechpartner zu ihren Fragen bzgl. Schadstoffen in Innenräumen erhalten Sie in allen Umweltberatungsstellen.

Adressen, Zeiten usw. finden Sie auf der Seite Umweltberatungsstellen.

 

Unterrichtsmaterialien

Besser lernen in gesunder Luft - Leitfaden für die Innenraumhygiene in Schulgebäuden

Auf 140 Seiten gibt das Umweltbundesamt Tipps und Hilfen gegen Feinstaub, Kohlendioxid, andere chemische Stoffe und akustische Probleme an Schulen.

"Bildung ist wichtig - eine gesunde Umgebung ist dafür unerlässlich. Unser Leitfaden hilft Lehrkräften, Schulträgern, Aufsichtsämtern oder Eltern im Kampf gegen dicke Luft an Deutschlands Schulen", so Präsident Troge.

Zu einem guten Raumklima trägt oft schon richtiges und konsequentes Lüften bei. Die richtige und schonende Reinigung sowie die Verwendung emissiosarmer Produkte beim Renovieren sind ebenfalls wichtig. Der Leitfaden gibt hierzu Tipps. Darüberhinaus enthält er Ratschläge zur richtigen Sanierung und Renovierung von Schulgebäuden.

Kostenlos erhältlich unter Umweltbundesamt/Mediendatenbank

 

 

Mir stinkt´s

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat zum Thema Innenraumluft und Schadstoffen in Innenräumen Bildungsmaterialien zusammengestellt. Schülerinnen und Schüler bestimmen hierzu den Verlauf der CO2-Konzentrationen in ihrem Klassenraum. Sie erkennen, wie bedeutend das richtige Lüften für die Qualität der Raumluft ist, beschäftigen sich mit den möglichen Quellen von Schadstoffen in Innenräumen und entwickeln ein Problembewusstsein und Lösungsstrategien zum Umgang mit diesen Stoffen. Abschließend erstellen sie einen Ratgeber "Renovieren und Einrichten" mit ihren Empfehlungen.

www.bmu.de/bildunsservice/innenraumluft

 

 

Linkliste

Umweltbundesamt, Innenraumluft

www.umweltbundesamt.de/gesundheit/innenraumhygiene

 

Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute

www.agoef.de

 

Allum: Allergie - Umwelt -Gesundheit

www.allum.de

 

Verband der Baubiologen

www.baubiologie.net

 

REACH Informationsportal

www.reach-Informationsportal

 

Umweltinstitut München, Schadstoffliste

www.umweltinstitut.org

 

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe

www.kvwl.de

 

Katalyse-Institut

www.katalyse.de

 

Allgemeine Informationen zu Innenraumschadstoffen

www.innenraumschadstoffe.de

 

Literatur

Zwiener, G./ Lange, F-M. (2011). Gebäude-Schadstoffe und Gesunde Innenraumluft. Berlin. Erich Schmidt Verlag.

 

Schmitz-Günther, T. (2007). Wenn Wohnen krank macht. Schadstoffe erkennen, beseitigen, vermeiden. München: Südwest Verlag

 

Zwiener, G./ Mötzl H. (2006). Ökologisches Baustofflexikon. Bauprodukte. Chemikalien. Schadstoffe. Ökologie. Innenraum. Heidelberg. C.F.Müller Verlag.

 

Moriske, H.-J./ Beuermann, R. (2004). Schadstoffe in Wohnungen: Hygienische Bedeutung und rechtliche Konsequenzen. Berlin: Grundeigentum-Verlag.

 

Verwandte Themen

Bildnachweis

Bildnachweis

Spanplatte © Bernd Sterzl / PIXELIO