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PAK – polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

Hintergrund

Benzopyren

Als Ursache für die seit Mitte der 1990er Jahre bekannte PAK-Belastung gelten Teerklebstoffe, die in den 1950er Jahren mit Holzparkett verklebt wurden. Besonders betroffen waren davon die ehemaligen Wohnblocks, der in Deutschland stationierten US-Amerikaner.

 

Was sind PAK überhaupt?

PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) ist eine Sammelbezeichnung für mehrere hundert Einzelverbindungen von kondensierten, aromatischen Kohlenwasserstoffen. Sie entstehen bei der Erhitzung bzw. Verbrennung von organischen Materialien unter Sauerstoffmangel (unvollständige Verbrennung). Der bekannteste, und gesundheitlich bedenklichste Vertreter der PAK-Verbindungen ist Benzo(a)pyren (BaP).

 

Wo kommen PAK vor?

In teer- und pechhaltigen Klebstoffen und Farben unter Holzparkett und Hirnholzfußboden, in teerhaltigen Beschichtungen (innen) von Trinkwasserleitungen und in Estrich (Gussasphaltestrich), sowie in bitumierten (erdölhaltige Masse) Dichtungs- und Dachbahnen finden sich vor allem PAK.

Alltagsgegenstände wie Griffe von Werkzeugen oder Fahrrädern sind nicht selten mit diesen Schadstoffen belastet.

Auch in der Nahrung können PAK vorkommen (Umweltbundesamt 2002).

Darüberhinaus gelangen PAK durch Zigarettenrauch und gelegentlich durch Feuerstätten (Öfen, offene Kamine) und rußende Kerzen in die Raumluft

 

PAK in Parkettklebstoffen

Bis in die 1960er Jahre war es üblich, PAK beim Verkleben von Parkettböden in Teerklebstoffen zu verwenden. Danach wurden diese durch die neu entwickelten Kunstharzklebstoffe ersetzt. Bei der Verlegung von Holzpflaster allerdings wurde Teerkleber noch bis in die 1990er Jahre verwendet.

 

Gesundheitliche Gefahren durch PAK

Zahlreiche PAK sind nachweislich krebserzeugend. Außerdem wirken viele PAK nachteilig auf das Immunsystem und die Leber, schädigen das Erbgut und reizen die Schleimhäute. Das wohl bekannteste und am besten erforschte der Kohlenwasserstoffe ist das Benzo(a)pyren (BaP).

Die PAK-Verbindungen gelangen meist über die Nahrung in den Körper und im Einzelfall werden sie auch über die Haut aufgenommen, aufgrund ihrer Fettlösligkeit.

 

Da alle gesundheitsschädlichen PAK einen Siedepunkt von über 400° C besitzen, treten aus den Teerklebern keine gas- bzw. dampfförmigen PAK aus. Trotzdem ist Vorsicht bei – z.B. offenen Stellen im Parkett – geboten. Aus ihnen können Klebstoffbruchstücke austreten und in den Hausstaub gelangen. Besonders gefährlich kann dies für Kleinkinder werden, die sich in Bodennähe aufhalten. Bei einem einwandfreien und unbeschädigtem Parkettfußboden ist von einer geringen Gefahr einer PAK-Belastung durch Klebstoff auszugehen.

 

Besonders für die PAK-Verbindung Benzo(a)pyren ist, laut "Test" (8/2006), kein Schwellenwert denkbar, unterhalb dem ein Gesundheitsrisiko auszuschließen wäre.

 

Rat und Tat

Keine Grenzwerte vorhanden

Gesetzliche Grenzwerte für Bedarfsgegenstände gibt es, laut "Test" (8/2006; S. 54), nicht. Lediglich eine Liste der US-Umweltbehörde EPA besteht seit 1979, die 16 Einzelverbindungen enthält, die in Umweltproben herausragende Anteile am PAK-Gesamtgehalt haben.

 

Wie kann man PAK im Fußboden nachweisen?

Ob der Klebstoff unter dem Parkett PAK-haltig ist, lässt sich durch Entnahme einer Probe überprüfen. Dazu wird entweder das Holz angebohrt oder ein Parkettstab am Rand hochgehoben. Teerkleber lässt sich ganz einfach an seiner schwarzen bzw. dunklen Farbe erkennen. Dann ist eine Laboruntersuchung empfehlenswert, die Aufschluss darüber gibt, ob es sich um einen PAK-haltigen Teerkleber oder ein unbedenkliches Material handelt. Noch immer umstritten wegen ihrer Schädlichkeit sind bitumenhaltige Kleber, die ebenfalls schwarz sind. Auch dieser Stoff steht im Verdacht Krebs erregend zu sein.

Hat der Kleber unter dem Parkett eine helle Farbe, so wurden Kunstharzstoffe verarbeitet und gesundheitsgefährdende Risiken können ausgeschlossen werden.

 

Vorbeugung und Sanierung

Zu expositionsmindernden Maßnahmen gehören: Häufiges Staubsaugen bei geöffnetem Fenster und unter Verwendung geeigneter Staubsaugerfilter, sowie feuchtes Wischen des Parketts und schließlich – bei sehr schlechtem Zustand des Parketts – das Abdecken des Parketts durch geeignete Sperrfolien. Diese Maßnahmen sind lediglich "Erste Hilfe"-Maßnahmen und können eine Entscheidung bzgl. Parkettreparatur, Parkettüberbau oder Totalsanierung nicht ersetzen.

 

Ansprechpartner

Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Forschungsinstitute bietet Fachinformationen zu Schadstoffen: www.agoef.de/schadstoffe

 

"Gesünder-wohnen-Telefon" - Verband Deutscher Baubiologen

Kostenlose telefonische Beratung www.baubiologie.net/Beratungstelefon

 

Informationen erhalten Sie bei allen Umweltberatungsstellen in der Region OWL, Adressen, Zeiten usw.finden Sie unter dem Stichwort Umweltberatungsstellen auf unserer Homepage.

 

Linkliste

Allergie – Umwelt – Gesundheit

www.allum.de

 

Schadstoffregister Thru.de

www.thru.de

 

Umweltbundesamt

www.umweltbundesamt.de

 

Katalyse - Institut für angewandte Umweltforschung in Köln

www.umweltlexikon.de

www.katalyse.de

 

Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit

www.apug.de

 

Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute

agoef.de

 

Literatur

 

Zwiener, G./ Lange, F-M. (2011). Gebäude-Schadstoffe und Gesunde Innenraumluft. Berlin. Erich Schmidt Verlag.

 

Schmitz-Günther, T. (2007). Wenn Wohnen krank macht. Schadstoffe erkennen, beseitigen, vermeiden. München: Südwest Verlag

 

Zwiener, G./ Mötzl H. (2006). Ökologisches Baustofflexikon. Bauprodukte. Chemikalien. Schadstoffe. Ökologie. Innenraum. Heidelberg. C.F.Müller Verlag.

 

Berufsgenossenschaft der Bauwitschaft (2005). Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe. Handlungsanleitung zum Entfernen PAK-haltiger Klebstoffe für Holzfußböden (8-seitige fundierte Broschüre /PDF)

Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe

 

Moriske, H.-J./ Beuermann, R.(2004) Schadstoffe in Wohnungen: Hygienische Bedeutung und rechtliche Konsequenzen. Berlin: Grundeigentum-Verlag.

 

 

Verwandte Themen

Bildnachweis

Benzopyren: de.wikipedia.org