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Radon

Hintergrund

Verteilung und Belastungen durch Radon in Wohnraum und Umwelt

Lange Zeit war die Wirkung des farb- und geruchlosen Gases, das beim radioaktiven Zerfall von Radium entsteht, nicht bekannt. Heute weiß man, dass etwa jeder 12. Todesfall durch Lungenkrebs auf den Einfluss von Radon zurück zu führen ist. Insbesondere die ehemaligen Bergbaugebiete in Sachsen und Thüringen sind von hoher Radonkonzentration betroffen.

 

Woher kommt die Belastung in Innenräumen?

Die häufigste Quelle für Radon in der Innenraumluft ist der Boden, auf dem das Gebäude steht. Durch Risse und Fugen des Hauses steigt das Gas vom Untergrund in die Räume auf. Erhöhte Radonkonzentrationen können nicht nur in Räumen mit direktem Kontakt zum Baugrund, sondern auch in anderen Gebäudebereichen auftreten. Vom Baugrund in das Gebäudeinnere gelangendes Radon kann sich vor allem über Treppenaufgänge, Kabelkanäle und Versorgungsschächte, aber auch durch Geschossdecken in die höher gelegenen Räume des Hauses ausbreiten.

Die durchschnittliche Konzentration in deutschen Wohnungen beträgt 50 Bq/m³. Doch es gibt Innenraumkonzentrationen von bis zu 250 Bq/m³. Laut Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist schon ab einem Wert von 150 Bq pro m³ eine nachweisbare Erhöhung der Lungenkrebsrate durch Radon nachweisbar.

 

Auswirkungen auf den menschlichen Organismus

Über die Atemwege wird das gasförmige Gift aufgenommen, aber auch wieder ausgeschieden. Als Edelgas ist es somit chemisch nicht gefährlich. Erst die so genannten radioaktiven Zerfallsprodukte, führen bei Inhalation zu einer starken Bestrahlung des Lungengewebes.

Das Risiko ist natürlich auch abhängig von der individuellen Empfindlichkeit. Kinder sind besonders betroffen, aber auch z.B. Rauchen und Passivrauchen steigern das Risiko, krank zu werden. Mit zunehmender Radonkonzentration steigt auch das Lungenkrebsrisiko.

 

Deutsche Radonstudie

Die bereits vorliegenden Ergebnisse der "Deutschen Radonstudie", die im Auftrag des Bundesumweltministeriums durchgeführt wurde, weisen darauf hin, dass mit einer Zunahme der Radonbelastung um 100 Bq/m³ in Innenräumen mit einer Erhöhung des Lungenkrebsrisikos um 10 Prozent zu rechnen ist. Aufgrund dessen wurde die Radonbelastung im Hinblick auf die Sanierung von Altbauten und für das radongeschützte Bauen neuer Häuser auf 100 Bq/m³ begrenzt.

Die in den Jahren 1990 bis 1997 angefertigten Studien umfassten insgesamt 2.963 Lungenkrebspatienten und eine Bevölkerungsstichprobe von 4.232 nicht an Lungenkrebs erkrankten Kontrollpersonen. In über 9.000 Wohnungen, die von den Studienteilnehmern entweder zum Zeitpunkt der Studie oder früher bewohnt worden waren, wurde die Höhe der Radonkonzentration gemessen. Die mittlere Radonkonzentration lag im Studiengebiet Westdeutschland bei 50 Bq/m³. Im Studiengebiet Ostdeutschland, das Gebiete mit bekanntermaßen höheren Radonkonzentrationen in den Bundesländern Thüringen und Sachsen umfasste, betrug die mittlere Radonkonzentration 75 Bq/m³ (entnommen aus: Lungenkrebs durch Radon, PDF des GSF-Instituts für Epidemiologie).

 

Rat und Tat

Wie kann man sich vor Radon schützen?

Mit regelmäßigem Stoßlüften kann die Belastung durch Radon schon reduziert werden. Zudem sollten Sie darauf achten, dass Sie Schlafräume in den oberen Stockwerken des Hauses, falls möglich, wählen. Die Konzentration nimmt nämlich nach oben hin ab. Aus diesem Grund sollten Sie längere Aufenthalte in Keller- bzw. kellernahen Räumen eher vermeiden.

 

Messung der Radonkonzentration

Radonmessungen in Wohngebäuden sind einfach und preiswert durchzuführen. Hierzu werden sogenannte Exposimeter verwendet. Über einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten (Langzeitmessung) kann die Radonkonzentration an der jeweiligen Stelle ermittelt werden. Um einen Eindruck über die Radonbelastung in einem Haus zu gewinnen, wird empfohlen, zwei Messungen – z.B. in einem Aufenthaltsraum im Erdgeschoss und in einem Kellerraum – durchzuführen.

 

Entfernung von radonhaltigen Baustoffen

Bei starker Radonkonzentration ist der Austausch von radonhaltigen Baustoffen zu empfehlen, aber auch das Abdichten des Kellers. Hierzu sollten Sie Fachleute hinzuziehen und auch Gutachten zu Sanierungsmaßnahmen erstellen lassen, da die Kosten für die Sanierung oft mehrere tausend Euro betragen können.

 

Radon-Belastung in bestehenden Wohnhäusern

Der Jahresmittelwert von 100 Bq/m³ darf in bestehenden Wohnungen nach einer, am besten, einjährigen Messphase, nicht überschritten werden. Ansonsten sollten Maßnahmen zur Senkung der Strahlenexposition durch Radon in Betracht gezogen werden. Die Absenkung der Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen kann mit einfachen Maßnahmen erreicht werden, z.B. durch:

  • häufige und intensive Lüftung
  • Abdichtung offensichtlicher Radon-Eintrittspfade im bodenberührenden Hausbereich (Risse, Fugen, Rohrdurchführungen)
  • Abdichtung von Kellertüren

Aus Ostwestfalen-Lippe

Entwarnung für Bielefeld und OWL

Da (erhöhte) Radonexpositionen in der Bundesrepublik Deutschland überwiegend in den klassischen Bergbauregionen, wie Sachsen, Thüringen und dem Ruhrgebiet vorkommen, ist die Region OWL frei von (gesundheits-)bedenklichen Radonwerten. Auf der Radonkarte für Deutschland ist dies deutlich zu erkennen. Für die Region gibt es keinen Bereich, in dem die Bodenluftkonzentration höher als 100 kBq/m³ wäre.

 

Die Homepage von Radon-info bietet Ihnen eine Suchfunktion, mit der Sie die Radonbelastung für Ihren Wohnort ermitteln können.

 

Ansprechpartner

Umweltberatungsstellen in der Region

Umweltberatungsstellen

 

Linkliste

Bundesamt für Strahlenschutz

www.bfs.de

 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zum Thema Radon

www.bmu.de

 

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit

www.gsf.de

 

Kemski & Partner, Beratende Geologen

www.radon-info.de

 

Literatur

Schmitz-Günther, T. (2007). Wenn Wohnen krank macht. Schadstoffe erkennen, beseitigen, vermeiden. München: Südwest Verlag

 

Brüske-Hohlfeld, I./ Kreienbock L./ Wichmann, H.-E. (2006). Lungenkrebs durch Radon www.gsf.de

Die gedruckte Ausgabe ist bei der GSF-Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 1129, 85758 Neuherberg, erhältlich Anforderung auch per Fax: 089/3187-3324 oder E-Mail an oea@gsf.de

 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit(2006). Radon – Ein Edelgas belastet das Wohnen

www.bmu.de/Radon/Wohnen.pdf

 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2004). Radon. Merkblätter zur Senkung der Radonkonzentration in Wohnhäusern www.bmu.de/Radon/Merkblätter.pdf

 

Bundesamt für Strahlenschutz, Umweltbundesamt, Bundesinstitut für

Risikobewertung (2005). GESÜNDER WOHNEN-ABER WIE? Praktische Tipps für den Alltag „Gesünder Wohnen“

 

Verbraucherzentrale NRW (Hrsg.)(2005). Gesund wohnen – Schadstoffe beseitigen. Düsseldorf: Verbraucherzentrale NRW.

 

Moriske, H.-J./ Beuermann, R. (2004). Schadstoffe in Wohnungen: Hygienische Bedeutung und rechtliche Konsequenzen. Berlin: Grundeigentum-Verlag.

 

 

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Bildnachweis

Verteilung und Belastungen durch Radon: BfS, Infoblatt April 2005