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Umweltmedizin

Hintergrund

Was ist Umweltmedizin?

Umweltmedizin ist ein noch relativ neues Gebiet in der Medizin. Es geht um die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die Gesundheit des Menschen. Häufig wird Umweltmedizin kontrovers diskutiert, da es schwierig ist, ein Krankheitsbild eindeutig auf eine Umwelteinwirkung - Luft, Boden, Wasser oder auch Lärm und Strahlung - zurück zu führen.

In der „Umweltmedizin wird versucht, Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren und Gesundheitsstörungen zu erkennen und für Personen mit umweltbezogenen Gesundheitsstörungen eine qualitativ hochstehende medizinische Betreuung bereit zu stellen“ (zitiert nach APUG).

 

Immer noch gibt es ein viel zu geringes, wissenschaftlich belegtes Wissen um die vielfältigen Einflüsse der Umwelt auf den Menschen. Die Tätigkeit der Umweltmediziner erfordert daher, wie kaum ein anderer medizinischer Bereich, eine fächerübergreifende Zusammenarbeit. Nicht nur breites medizinisches Wissen ist wichtig, auch ökologische Grundkenntnisse sind von Bedeutung, um die Zusammenhänge bei umweltmedizinischen Erkrankungen zu verstehen.

Ziel der Umweltmedizin ist es, gesundheitsgefährdende Einflüsse durch die Umwelt zu beschreiben und bestenfalls nachteilige Einflüsse zu minimieren bzw. zu verhindern.

 

Erkrankungen /Beschwerden

Die Medizin beginnt erst nach und nach, sich gezielt mit den "neuen Krankheiten" auseinander zu setzen. Neuartige „Krankheiten“, die mit Umweltfaktoren in Zusammenhang gebracht werden sind z.B.:

  • Holzschutzmittelsyndrom:
  • Multiple chemical sensitivity (Multiple chemische Sensitivität; MCS)
  • Elektrosensibilität
  • Sick- Building- Syndrom (SBS; krankmachendes Gebäude)
  • Strahlenkrankheit
  • Chronic-Fatigue-Syndrom: Auch als chronisches Erschöpfungssyndrom und als so genanntes Burnout-Syndrom bekannt.
  • Belastungen durch Amalgam in Zahnfüllungen

Da das Feld der Umweltmedizin als solches ein relativ neues Gebiet der Medizin darstellt und eine Vielzahl von Faktoren für ein schlechtes körperliches Befinden oder eine Erkrankung vorliegen können (schlechte Arbeitsbedingungen, psycho-somatische Störungen etc.), sind die Zusammenhänge zwischen Exposition und Gesundheitsstörungen sehr komplex. Oftmals sind keine einfachen Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungsbeziehungen zu treffen.

Es gibt in der Umweltmedizin keine spezifischen Untersuchungsmethoden. Meistens wird eine eingehende Anamnese (biografische Befragung) durchgeführt, an die sich eine körperliche Untersuchung anschließt, worauf eine psychologische und psychosomatische Beurteilung des Patienten folgt.

Ebenso schwierig wie mit der Diagnostik verhält es sich bei den Therapiemethoden umweltbedingter Krankheiten. Bisher gibt es keine gesicherten Therapieformen, aber ein breites Angebot der Alternativmedizin.

 

Rat und Tat

Umweltmediziner aufsuchen

Falls Sie den Verdacht haben, an einer durch die Umwelt beeinflussten Erkrankung zu leiden, suchen Sie einen Umweltmediziner in Ihrer Nähe auf und besprechen mit ihm Ihre Symptome. Diese Ärzte sind niedergelassene Fachärzte mit der Zusatzqualifikation "Umweltmedizin". Sie verfügen in der Regel über besondere Erfahrungen bei der Klärung der Frage, ob bestimmte (oft chronische) Erkrankungen durch Umweltbelastungen hervorgerufen werden können.

Adressen entsprechender Ärzte in Ihrer Region erfahren Sie von Ihrem Hausarzt oder im Internet-Angebot "Arztsuche" der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe www.kvwl.de "Zusatzbezeichnung" Umweltmedizin.

 

Schadstoffuntersuchungen durch das "Umweltmobil"

Umweltmediziner waren bis 2008 berechtigt zu veranlassen, dass das so genannte „Umweltmobil“, zwecks Schadstoffuntersuchungen in Ihrer Wohnumgebung tätig wurde. Mittlerweile übernehmen die Krankenkassen die Kosten hierfür nicht mehr.

 

Beschwerde-Tagebuch führen

Hilfreich ist für die Diagnose ist ein sogenanntes Beschwerde-Tagebuch. Hier sollten Sie beispielsweise festhalten, was Sie tagsüber für Tätigkeiten verrichtet haben, an welchen Orten, mit welchen Stoffen Sie in Kontakt gekommen sind, auch welche Nahrung Sie zu sich genommen haben. Halten Sie darin genau fest, welche Beschwerden und Symptome auftreten, wann, wie oft, an welchen Orten und ob auch andere Personen in Ihrem Umfeld betroffen sind. Wann kommt es zu Verschlimmerungen oder Verbesserungen (z.B. im Urlaub). So eine genaue Auflistung erleichtert es dem Mediziner, die Quellen Ihrer Beschwerden ausfindig zu machen.

Patientenberatungsstellen

Als unabhängige Institutionen gibt es mittlerweile mehrere Patientenberatungsstellen in Deutschland, bei denen Sie sich beraten lassen können. Hier erhalten Sie Informationen zu verschiedenen Krankheitsbildern und Heilungsmethoden.

Eine Übersicht der Patientenstellen findet sich unter Patientenstellen in Deutschland.

 

Aus Ostwestfalen-Lippe

Gesundheitsladen/ Patientenstelle in Bielefeld

In Bielefeld bietet der "Gesundheitsladen" BürgerInnen, PatientInnen und Beschäftigten im Gesundheitswesen – unabhängig von Ärzteverbänden, Krankenkassen und Industrie – Informationen, die sowohl schulmedizinische Behandlungsmethoden als auch alternative Heilmethoden beinhalten können. Der Gesundheitsladen e.V. ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) und in der GesundheitsAkademie.

 

Betätigungsfelder des Gesundheitsladens sind:

- die Förderung einer sozialen, ökologischen und gerechten Gesundheitspolitik

- die Verbindung von "Schulmedizin" und alternativen Heilweisen

- die Gleichberechtigung von AnbieterIn und NutzerIn der Gesundheitsdienste

- die Unterstützung von gesundheitlich Geschädigten und Benachteiligten

- der kritischen Blick auf Gesundheit und die Fähigkeit zur Selbsthilfe

Kontakt: www.gesundheitsladen-bielefeld.de

 

Ansprechpartner

Ärzte in Bielefeld und Umgebung mit der Genehmigung Umweltmedizin der Kassenärztlichen Vereinigung, finden Sie in der Datenbank zur Arztsuche in Ihrer Region der KVWL unter der Zusatzbezeichnung "Umweltmedizin".

 

Zudem bietet der Deutsche Bundesverband der Umweltmediziner e.V. (DBU) eine Suchfunktion zu Umweltmedizinern in Gesamtdeutschland.

 

Kooperationsberatungsstelle für Selbsthilfegruppen und Ärzte in Westfalen-Lippe (KOSA):

Die Kooperationsberatungsstelle für Selbsthilfegruppen und Ärzte (KOSA) ist ein Serviceangebot der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Sie hilft als Vermittlerin vor Ort, die praktische Zusammenarbeit von Selbsthilfegruppen und Ärzten zu verbessern.

Ansprechpartner:

KOSA (in der Bezirksstelle Bielefeld der KVWL)

Am Bach 18

33602 Bielefeld

Tel: 0521 / 56 06 716

www.kvwl.de/patient/beratung/selbsthilfe

 

Selbsthilfegruppen:

BIKIS: Bielefelder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen

In Bielefeld gibt es zurzeit mehr als 240 Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene und Angehörige zusammengeschlossen haben.

Ihr Themenspektrum reicht von A bis Z, von Allergie bis Zöliakie - eine Vielzahl von Problematiken und Lebenssituationen sind vertreten.

Stapenhorststraße 5

33615 Bielefeld

Tel: 05 21/ 96 406 96

E-Mail:bikis-bielefeld@paritaet-nrw.org

www.bikis.de

 

Selbsthilfegruppe Chronic-Fatigue-Syndrom (Chronisches Erschöpfungssyndrom; CFS) ist über die BIKIS in Bielefeld (s.o.) zu erreichen.

 

 

 

Linkliste

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe

www.kvwl.de

 

Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner e. V.

www.dbu-online.de

 

Deutscher Allergie- und Asthmabund

www.daab.de

 

Forum für Angewandte Umweltmedizin

www.umweltmedizin.org

 

Allum: Allergie - Umwelt -Gesundheit

www.allum.de

 

GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit

www.gsf.de

 

Chemical Sensitivity Network

Selbsthilfegruppe von Allergikern und Umweltkranken

www.csn-deutschland.de

 

Interessengemeinschaft Holzschutzmittelgeschädigter

www.ihg-ev.de

 

Ökologischer Ärztebund

www.oekologischer-aerztebund.de

 

 

 

Literatur

Altmeyer, P./ Bacharach-Buhles, M.(2002). Springer Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin. Berlin: Springer Verlag.

 

Dott, W./ Merk, F./ Neuser, J./ Osieka, R.(2003). Lehrbuch der Umweltmedizin. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag.

 

Drexler, H. (2007). Grundwissen Klinische Umweltmedizin. Bern. Huber Verlag.

 

Schmitz-Günther, T. (2007). Wenn Wohnen krank macht. Schadstoffe erkennen, beseitigen, vermeiden. München: Südwest Verlag

 

 

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