Infonetz-OWLInfonetz-OWL
Startseite
Das Infonetz

Suche

 
Katalog 
Druckversion

Mitreden
Impressum
Hilfe
Partner

Logo Nordrhein-Westfälische Stiftung für Umwelt und Entwicklung

Logo Umweltzentrum

Sonnenschutz

Hintergrund

Sonnenuntergang
Ostseestrand

Jeden Tag kommen wir mit den Strahlen der Sonne in Berührung, ganz gleich ob in der Freizeit, im Urlaub oder bei der Arbeit. Und das ist gut so, denn die UV-B-Strahlung wird vom Körper benötigt, um Vitamin D3 zu bilden, dass mit Phosphor und Kalzium für den Aufbau und Erhalt der Knochen sorgt. Zudem fördert die Sonne die Ausschüttung der Hormone Melatonin (wirkt beruhigend) und Serotonin (wirkt stimmungsaufhellend), die sich positiv auf unsere Stimmung oder auch chronische Schmerzen auswirken können.

Doch nur in Maßen ist die Sonneneinstrahlung gut und gesundheitsförderlich. Zu starker Sonnengenuss führt zu Sonnenbrand, frühzeitiger Hautalterung und stärkerem Hautkrebsrisiko. Hierfür sind die ultravioletten Strahlungen (kurz: UV-Strahlung) verantwortlich.

 

Wie viel Sonne der einzelne Mensch verträgt, ist vor allem abhängig von der Hautfarbe und dem gesundheitlichem Befinden. Aber auch Faktoren wie Jahres- und Tageszeit, Wetterlage, geographischer Lage spielen eine Rolle. In jedem Fall ist es notwendig die Haut vor zu viel UV-Strahlung zu schützen. Mögliche Schutzmaßnahmen sind Sonnenschutzcremes, Kleidung, Sonnenbrille und der Aufenthalt im Schatten.

 

Rat und Tat

Tipps für den Aufenthalt in der Sonne

  • Gönnen Sie Ihrer Haut eine Eingewöhnungszeit! Genießen Sie die Sonne zunächst im Schatten.
  • Meiden Sie die direkte Sonne zwischen 11.00 und 15.00 Uhr. Um diese Zeit ist die Sonne direkt über uns und brennt am gefährlichsten!
  • Nutzen Sie luftige Kleidung, Sonnenbrille und Kopfbedeckungen
  • Vor dem Sonnenbaden eine Sonnenschutzmittel mit ausreichenden Lichtschutzfaktor auftragen.
  • Schützen Sie vor allem Kinder vor zu viel Sonne - die Haut verzeiht keine Jugendsünden! (Kleinkinder bis ein Jahr gehören auf keinem Fall in die direkte Sonne)
  • Bei Hautkrankheiten und Medikamenteneinnahme sollten Sie vor einem (Sonnen)Urlaub mit ihrem Arzt sprechen
  • Schauen Sie sich regelmäßig ihre Haut an und achten Sie auf Veränderungen wie Muttermalvergrößerung oder stellenweise Farbveränderungen. Es könnten Anzeichen für Hautkrebs sein. Insbesondere bei Hautkrebs gilt: Frühzeitig erkannt, ist fast immer geheilt!

Wenn Sie ganz sicher sein wollen, lassen Sie sich Ihren Hauttyp von einem Hautarzt bestimmen.

 

Eigenschutzzeit der Haut

Die Haut besitzt einen Eigenschutz, eine Zeit, in der die Haut der Sonne ausgesetzt werden kann, ohne sich zu röten. Hierfür ist der Gehalt vom Melanin, einem Pigment in der Haut, und der Verdickungsgrad der Hornhaut zuständig. Anhand dieser Merkmale lassen sich verschiedene Hauttypen klassifizieren:

  • Hauttyp 1: besitzt eine sehr helle Haut, häufig viele Sommersprossen, hellblonde oder rötliche Haare und erhält so gut wie keine Bräunung; Eigenschutzzeit: 5 bis 10 Minuten
  • Hauttyp 2: besitzt eine helle Haut, evtl. einige Sommersprossen, helles Haar und erhält wenig Bräunung; Eigenschutzzeit: 10 bis 20 Minuten
  • Hauttyp 3: besitzt eine mittelhelle Haut, ohne Sommersprossen, braunes Haar und erhält normale Bräunung; Eigenschutzzeit: 20 bis 30 Minuten
  • Hauttyp 4: besitzt eine bräunliche, wenig empfindliche Haut, keine Sommersprossen, dunkelbraune bis schwarze Haare und erhält eine starke und schnelle Bräunung; Eigenschutzzeit: 30 bis 45 Minuten

 

Kinderhaut

Achtung! Die Hauttypenzuordnung gilt nur für Erwachsene. Kinderhaut ist empfindlicher. Für sie gilt, unabhängig vom Hauttyp, eine Eigenschutzzeit von ca. 10 Minuten. Danach gilt für ungeschützte Kinderhaut: Raus aus der Sonne und die Haut erholen lassen.

 

Sonnenschutz - Lichtschutzfaktor

Die Haut kann sich nur eine bestimmte Zeit vor UV-Strahlen selbst schützen. Danach braucht die Haut Schutz. Der Eigenschutz der Haut lässt sich durch Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktoren (kurz: LDF) verlängern.

Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie viel länger man sich mit einem Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen kann, als es mit der individuellen Eigenschutzzeit möglich wäre. Zum Beispiel ermöglicht ein Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 6 ein sechsmal längeres Sonnenbaden ohne die Gefahr eines Sonnenbrandes.

 

Der Sonnenschutz besteht für den ganzen Tag. Um wirken zu können, muss er relativ dick aufgetragen werden. Ein mehrfaches Auftragen verändert, bzw. verlängert jedoch nicht die Besonnungszeit. Es ist trotzdem ratsam, ihn regelmäßig aufzufrischen, da Schweiß, Wasser, Sand, Textilien oder Abtrocknen die Wirkung verringern.

Bei Bewölkung oder im Schatten kann die UV-Strahlung noch bis zu 30–50 % betragen. In sonnigeren Gegenden, z.B. in den Tropen, am Wasser oder im Schnee ist die Sonneneinstrahlung intensiver und die Eigenschutzzeit verkürzt sich. Hier empfiehlt sich für Menschen eines helleren Hauttyps in jedem Falle einen Sonnenschutzfaktor von mindestens 25..


 

Sonnenschutzmittel für Kinder in Bio-Qualität

Wahl des Sonnenschutzmittels

Sonnenschutzmittel gibt es in verschiedenen Varianten. Unterschieden werden kann zwischen Produkten mit chemischen und mineralischen Filter und anhand der Fetthaltigkeit (Lotions, Sprays oder Öle).

In den meisten herkömmlichen Sonnencremes kommen chemischen Filter zum Einsatz. Sie dringen in die Haut ein und wandeln UV-Licht in harmloses Infrarotlicht um. Nicht selten allerdings verursachen sie allergische Reaktionen.

Produkte mit mineralischen oder physikalischen Lichtschutzfiltern wie Titandioxid oder Zinkoxid sind frei von belastenden, synthetischen Zusätzen, wie Duft-, Konservierungsstoffe und Emulgatoren, die Allergien verursachen können. Ihre Wirkung besteht in der Reflektion von UV-Strahlen durch mineralische Mikropigmente die mit der Creme auf die Haut aufgetragen werden. Sie dringen also nicht in die Haut ein und haben somit keinen Einfluss auf hormonelle Abläufe im Körper. Zudem gelten sie als ungiftig und hochwirksam, auch für empfindliche Haut. Der Sonnenschutz ist sofort nach dem Auftragen gegeben und hält durchgehend. Ein Nachcremen ist nur dann notwendig, wenn er von Badetüchern oder durch ein Bad abgerieben wurde. Nachteilig bei diesen Produkten ist, dass sie ab einen Lichtschutzfaktor von 20 leicht weißlich auf der Haut glänzen und sich etwas schwerer verteilen lassen. Falls keine Kennzeichnung vorliegt, können Sie diesen Filter daran erkennen, dass Titanoxid und/oder Zinkoxid als Inhaltsstoff aufgelistet sind. Teilweise werden auch Mischungen von chemischen und mineralischen Filtern angeboten.

 

Als natürliche UV-Filter bezeichnet man Pflanzenextrakte oder –öle aus Aloe, Süßholz, Avocado oder Sesam. Wie auch beim physikalischen Filter sind diese Produkte vollkommen ungiftig und haben zum größten Teil auch pflegende Wirkung. Sie können jedoch nur sehr wenige UV-Strahlen absorbieren und sind hierdurch nur gering wirksam.

 

Sunblocker

Der Begriff „Sunblocker“ ist etwas irreführend, denn er blockt die Sonnenstrahlen nicht ab und bietet keinen absoluten Sonnenschutz. Diese Bezeichnung deutet lediglich darauf hin, dass sie zu der Produktkategorie gehören, die einen hohen Lichtschutzfaktor (ab 20) besitzen und so für Personen z.B. mit empfindlicher Haut geeignet sind. Wie auch Sonnencremes wirken sie vor allem gegen UVB-Strahlen, während die UVA-Strahlen ungestört durchgelassen werden.

 

Selbstbräuner

Selbstbräuner beinhalten den Wirkstoff Dihydroxyaceton (DHA), ein unbedenkliches Zuckermolekül. DHA reagiert mit den Proteinen der äußersten Hautschicht, der Hornschicht, was zu einer Braunfärbung führt. Da sich diese Zellen stets erneuern, hält die künstliche Bräune nur drei bis vier Tage. Danach kann der Vorgang je nach Belieben mehrfach wiederholt werden.

Allerdings besitzen Selbstbräuner in der Regel kein Schutz vor UV-Strahlen. Trotz der Braunfärbung hat die Haut keine Schutzmechanismen aufgebaut und reagiert wie ungebräunte Haut. Als Vorbereitung auf die Urlaubssonne ist dieser also nicht geeignet.

Einige Menschen reagieren allergisch auf Inhaltsstoffe in Selbstbräunern. Daher sollten diese Produkt vor Gebrauch an einer kleinen Hautstelle ausprobiert werden.

 

Wenn es doch zu einem Sonnenbrand gekommen ist:

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz beschreibt in einem seiner Öko-Tipps ein natürliches Hausmittel zur Linderung bei Sonnenbrand: "Essig lindert den Schmerz und heilt auf natürliche, unbedenkliche Weise. Dazu ein Tuch in Essig (nicht Essig-Essenz) tränken und auf die verbrannte Stelle legen. Der Essig kann mit abgekochtem Wasser bis zu einem Verhältnis von 1 zu 1 verdünnt werden, falls die Haut gereizt reagiert. Am besten prüft man vorher auf einem kleinen Hautareal, ob der unverdünnte Essig zu hoch konzentriert ist." (Quelle: BUND Ökotipp 25/2007)

 

Weitere Informationen finden Sie z.B. auf der Seite

www.unserehaut.de

 

Sonnenallergien

Alle Formen der Sonnenallergie sind sehr störend. Die Haut reagiert auf aggresive Sauerstoffverbindungen (Radikale) mit Quaddeln, juckenden Flecken oder Bläschen. Für Betroffene ist ein guter Sonnenschutz unumgänglich. Bei ernsten Formen eines Sonnenausschlags haben Sonnenschutzmittel nur eine begrenzte Wirksamkeit, da sie überwiegend gegen die UVB-Strahlen schützen, und der notwendige Schutz vor UVA-Strahlen nur in wenigen Cremes mit enthalten ist. Weitere Informationen zu Sonnenallergien erhalten Sie auf der Internetseite:

www.netdoktor.de/sonnenallergie.

 

Solarien

"Sonne tanken" auf Knopfdruck, für viele gehört der regelmäßige Gang ins Sonnenstudio bereits ins Wochenprogramm. Doch die künstliche Bestrahlung hat die gleichen Auswirkungen wie übertriebene Sonnenbäder unter natürlicher Sonne. Auch sie können Hautalterung und Hautkrebs verursachen. Jugendlichen unter 18 Jahren ist daher die Nutzung von Sonnenstudios verboten.

Informationen zu Solarien allgemein und zur Zertifizierung von Solarienbetrieben, hat das Bundesamt für Strahlenschutz aufbereitet www.bfs.de/solarien

Im Winter sollte der Haut eine Erholungsphase gegönnt werden. Der Gebrauch des Solariums für kosmetische Zwecke ist nicht empfehlenswert. Vor allem sollten Personen das Solarium meiden, die

  • dem Hauttyp 1 angehören
  • viele Leberflecke besitzen (über 40)
  • auffällige Leberflecke haben,
  • auffällige Veränderungen an Leberflecken bemerken
  • in der Kindheit oft einen Sonnenbrand bekommen haben
  • zu Sommersprossen/Sonnenbrandflecken neigen
  • eine Vorstufe des Hautkrebses besitzen
  • an Hautkrebs erkrankt waren
  • ein transplantiertes Organ besitzen

 

Solarien-Check

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt jedem, der trotz der gesundheitlichen Risiken ein Sonnenstudio aufsuchen möchte, grundsätzlich dessen Qualität selbst zu überprüfen. Eine Checkliste listet auf, auf was Sie achten sollten www.bfs.de/Solarium_Check

 

 

Unterrichtsmaterialien

Unterrichtsmaterialien für Kindergärten und Kindertagesstätten sowie für Grundschulen (unter dem Titel "Sonne - Ich passe auf!") und für die Sekundarstufe I (unter dem Titel „Sommer, Spaß & Sonnenschutz!“) des Bundesamtes für Strahlenschutz

www.bfs.de

 

Unterrichtseinheit mit Kopiervorlage für die Klassen 5-10

www.school-scout.de

 

 

Linkliste

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention

www.unserehaut.de

 

haut.de

www.haut.de

 

Bundesamt für Strahlenschutz

www.bfs.de

 

Bundesinstitut für Risikobewertung, UV-Filter in Sonnenschutzmitteln

www.bfr.bund.de/sonnenschutzmittel.pdf

 

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

www.sonne-mit-verstand.de

 

 

 

Literatur

2/2012 „Umwelt und Mensch – Informationsdienst“, Themenheft UV-Strahlung. Sonne - aber sicher. Als Download unter www.umweltbundesamt.de/umid/212.pdf

 

Bernhardt, J.(2005). Elektrosmog, Handys, Solarien usw. - Gesundheitsrisiken durch Strahlung?. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 48 S. 63 - 75.

 

Schneider, S. (2000). Gesund mit der Sonne. Sonnenheilkunde, Sonnenrhythmus, Sonnenschutz. München: Droemer Knaur.

 

Häufig bieten Krankenkassen Informationsbroschüren zum Sonnenschutz

 

Verwandte Themen

Bildnachweis

Sonnenuntergang: © H.-G. Oed / Bundesumweltministerium

Ostseestrand: © Christine Trischler

Sonnenschutzmittel für Kinder: ©BLE, Bonn/ Thomas Stephan www.oekolandbau.de