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Perfluorierte Tenside (PFT)

Hintergrund

Perfluoroctansulfonsäure

PFT – Perfluorierte Tenside tauchten zunächst in der Ruhr und der Möhne und später auch im Trinkwasser der Region auf.

Es stellte sich heraus, dass die erhöhten Konzentrationen des Schadstoffs durch einen Stoff zur Bodenverbesserung, der auf die Felder aufgebracht wurde, verursacht wurden. Dieser mit Industrieabfällen verunreinigte Bodenverbesserer (aus organischen Abfällen) führte zu den Schadstoffbelastungen in den Gewässern und im Trinkwasser.

Der Skandal ist nicht auf Nordrhein-Westfalen begrenzt. Auch in anderen Bundesländern (Hessen, Niedersachsen, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) wurden mittlerweile PFT in Boden und Wasser gefunden.

 

"Nur die Spitze des Eisbergs"

Auch wenn nach monatelangen Ermittlungen (...) heute zumindest der kriminelle Verursacher feststeht, gilt der PFT-Skandal nur als „Spitze eines Eisbergs“. Mehr als 50.000 giftige Umweltchemikalien sind EU-weit im Einsatz. Derzeit wird in Straßburg und Brüssel nicht nur um das vom BUND geforderte PFT-Verbot gerungen, auch die Reform der europäischen Chemikalienpolitik (REACH) droht unter dem Druck der Industrielobby aufgeweicht zu werden. Dabei hat der PFT-Skandal aufgezeigt, wie notwendig ein restriktives europaweites Chemikalienrecht zum Schutz unserer Gesundheit ist. Aber auch die Bioabfall- sowie die Düngemittel-Verordnung bedürfen einer grundlegenden Überarbeitung, um Schlupflöcher für kriminelle Machenschaften zu stopfen und das Trinkwasser vor Schadstoffeinträgen zu schützen.“

Quelle: http://www.bund-nrw.de/pft.htm (2006)

 

Rat und Tat

Was ist PFT

„Perfluorierte Tenside (PFT) sind organische oberflächenaktive Verbindungen, bei denen die Wasserstoffatome am Kohlenstoffgerüst vollständig durch Fluoratome ersetzt worden sind. Perfluorierte Tenside haben keine natürliche Quelle. Wegen ihrer besonderen Eigenschaften werden sie industriell hergestellt und in einer Vielzahl von Produkten verwendet.“ Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Perfluorierte_Tenside (2006)

Vertiefende Informationen finden Sie an folgenden Stellen:

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, NRW

www.lanuv.nrw.de/pft

Informationen des Umweltministeriums NRW

www.umwelt.nrw.de/pft

Allum: Allergie Umwelt Gesundheit

www.allum.de

 

Verwendung von PFT

Die besonderen oberflächenaktiven Eigenschaften, sie sind sowohl wasser- als auch fettabweisend, führen dazu, dass diese Industriechemikalie in vielen Industriebereichen und auch im Haushalt eingesetzt wird.

In großem Maße werden sie in der Textilindustrie zur Herstellung atmungsaktiver Funktionskleidung und in der Papierindustrie zur Herstellung von Schmutz-, Fett- und Wasser abweisenden Papieren verwendet. Viele Alltagsprodukte enthalten PFT, Handelsnamen sind z. B. Teflon, Goretex, Stainmaster, Scotchguard oder SilverStone.

Weitere Einsatzgebiete sind in der Luftfahrt, in der Photoindustrie, bei der Herstellung von Feuerlöschmitteln, und bei Verchromungen. Sie können auch Bestandteil von Schmier- und Imprägniermitteln sein. Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Perfluorierte_Tenside (2006)

 

Wie gefährlich ist PFT

Für Menschen und Tiere sind Perfluorierte Tenside, PFT, giftig. Sie gelten als krebserzeugend und in hohen Konzentrationen fortpflanzungsschädigend. Sie lagern sich im Blut und im Organgewebe, insbesondere in der Leber, ab. Genau erforscht sind die Risiken dieser Stoffe allerdings noch nicht.

Perfluorierte Tenside verbleiben in der Umwelt und reichern sich in der Nahrungskette an. PFT wurde erstmals in den 60er Jahren im menschlichen Blut festgestellt (was allerdings erst 2001 veröffentlicht wurde). Inzwischen sind die Chemikalien dieser Gruppe weltweit verbreitet; sie wurden etwa schon in Leberproben von Eisbären nachgewiesen. In einer niedersächsischen Studie von 2006 wurde PFT auch in erhöhten Konzentrationen in Muttermilch nachgewiesen. (Vgl. www.ime.fraunhofer.de/fhg/ime/PFT_Untersuchung_Aktuell.jsp)

Weitere Informationen finden Sie unter:

Christa Schroeter-Kermani, Christoph Schulte, Lars Tietjen: Perfluorierte Verbindungen – Panikmache oder berechtigte Sorge? in: Umweltmedizinischer Informationsdienst (UMID) Nr. 4, 2005. Download unter: UMID 4/2005 (PDF, 1597 KB)

 

PFT in der Nahrung

Die Chemikalie ist auch in Nahrungsmitteln zu finden. In einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Untersuchung wurden Pommes Frites auf PFT untersucht und in allen Proben Rückstände der langlebigen Chemikalien gefunden. Wie die Chemikalie in Lebensmittel gekommen ist, ist nicht geklärt. Es kann über die Beschichtung der Verpackungen oder möglicherweise über PFT-haltige Substanzen im Verlaufe des Produktuionsprozesses (z. B. Reinigungsmittel) oder über die Ausbringung von PFT-belasteten Klärschlämmen in den Boden und so wieder in die Nahrungsmittel gelangt sein.

Vgl. www.greenpeace.de(2006)

 

Muttermilch auf PFT untersuchen lassen

Stillende Müttter aus NRW könnnen Proben ihrer Milch auf Belastungen mit perfluorierten Tensiden untersuchen lassen. Kostenlos werden die Untersuchungen vom Chemischen Landes-und Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Münster durchgeführt. Tel: 0251/9821-0.

 

 

 

Ansprechpartner

Institut für Umweltanalyse (IFUA)

Milser Straße 37

33729 Bielefeld

www.ifua.de

 

Linkliste

Umweltministerium NRW

www.umwelt.nrw.de

 

Umweltbundesamt Österreich

www.umweltbundesamt.at

 

Greenpeace

www.greenpeace.de

 

Allum: Allergie Umwelt Gesundheit

www.allum.de

 

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, GmbH

www.gsf.de/Perfluorierte-Verbindungen.pdf

 

Literatur

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (2011). Verbreitung von PFT in der Umwelt. Ursachen – Untersuchungsstrategie – Ergebnisse – Maßnahmen. LANUV Fachbericht 34

Zu bestellen unter www.lanuv.nrw.de/veroeffentlichungen

 

Umweltministerium NRW, Folge-Studie zur PFT-Belastung des Blutes von Personen aus Arnsberg

Download unter www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf

 

Schroeter-Kermani, C./ Schulte, C./ Tietjen, L.: Perfluorierte Verbindungen – Panikmache oder berechtigte Sorge? in: Umweltmedizinischer Informationsdienst (UMID) Nr. 4, 2005. Download unter: UMID 4/2005 (PDF, 1597 KB

 

Umweltbundesamt. Vorläufige Bewertung von Perfluorierter Tensiden im Trinkwasser. (7/2006)

www.umweltbundesamt.de/hintergrund/pdf

 

Bildnachweis

Perfluoroctansulfonsäure: de.wikipedia.org