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Moorschutz ist Klimaschutz

Hintergrund

Typischer Moorbewohner: Birkhuhn (Lyrurus tetrix) steht auf der roten Liste für bedrohte Tierarten

Moore sind dort entstanden, wo Wasserüberschuss herrschte, entweder durch Niederschläge oder einen hohen Grundwasserspiegel. Typische Vegetation in Moorgebieten sind Torfmoose, Seggenriede, Röhricht und Erlenbrüche.

 

Moore sind einzigartige Naturräume und besitzen wichtige ökologische Funktionen:

Sie sind Wasserspeicher, indem sie nach starken Regenfällen große Wassermengen speichern und damit für einen regulierten Abfluss sorgen.

Sie sind Lebensraum für seltene und hoch spezialisierte Pflanzen und Tiere.

Sie sind Klimaschützer. Intakte Moore binden in erheblichem Maß das Treibhausgas Kohlendioxid, weit mehr noch als Wälder. Insgesamt enthalten die Moore in ihren Torfen mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Welt.

Die Moore zu schützen bedeutet also nicht nur den Erhalt von einzigartigen Tier- und Pflanzenarten, sondern auch aktiven Klimaschutz.

 

In den vergangenen Jahrhunderten sind in Deutschland die meisten Moore entwässert, abgetorft und in Acker- und Weideland umgewandelt.worden.

Weltweit machen Moore heute noch etwa drei Prozent der Landfläche aus und ihre Zerstörung hält an.

 

In starkem Maße trägt die Verwendung von Torf als Blumenerde zur Zerstörung der Moore bei. Handelsübliche Blumenerden bestehen häufig aus bis zu 90% Torf.

So wurden die meisten Hochmoorstandorte in Norddeutschland bereits für den Bedarf an Blumenerde abgetorft. Nur kleinere Flächen konnten durch den Einsatz von Naturschützern noch gerettet werden. Die Torfindustrie ist nach Osteuropa ausgewichen. In großem Maßstab wird dort Torf aus den ungeschützten Hochmooren abgebaut.

 

 

Rat und Tat

Ökosystem Moor

Wie entsteht ein Moor, wie unterscheiden sich Hochmoore von Niedermooren, Pflanzen- und Tierarten der Moore, Schutz, Regeneration und Pflege - Wissenswertes zu diesen besonderen Naturräumen finden Sie z. B. auf der Seite www.bund.net/naturschutz/moore

 

Moorschutzaktion des NABU

Moore und Klimaschutz

Ein gesundes Moor ist eine Kohlenstoffsenke, es nimmt dauerhaft mehr Kohlenstoff (CO2) auf als es abgibt und kann damit dem Treibhauseffekt entgegen wirken. Bei der Entwässerung/ Zerstörung von Mooren kommt es dagegen zu starken Freisetzungen von CO2.

Weitere Informationen hierzu finden Sie z.B. auf der Seite www.nabu.de/moorschutz/klimawandel

Torfhaltige Gartenerde vermeiden

Für den Erhalt der Moore  und den Klimaschutz kann jeder Gartenbesitzer viel tun.

Vermeiden Sie torfhaltige Gartenerde und tragen Sie damit zum Schutz dieser wunderbaren Biotope, vor allem in Osteuropa, bei.

Manche Gartenbaubetriebe und Baumärkte führen gar keine torffreie Blumenerde. Umso wichtiger ist es, dass Kunden diese Produkte immer wieder nachfragen und damit den Einzelhandel bewegen Alternativen zu den Torfprodukten anzubieten.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND, hat einen Einkaufsführer zu torffreier Erde erstellt, unter www.bund.neteinkaufsfuehrer_torffreie_erden.pdf finden Sie Anbieter und Produkte.

 

Feuchtes Quellbiotop

Blumenerde selbst zusammenstellen, hier ein Rezept:

Für Balkonkästen und Kübel kann Blumenerde selbst hergestellt werden. Hier eine einfache Rezeptur: Wer Zugang zu Gartenerde oder unbelastetem Mutterboden hat, kann diese als Ausgangssubstrat zu etwa 50 bis 60 Prozent Volumenanteil nehmen. Dazu gegeben werden Grünkompost oder Kompost aus dem Garten (20 bis 30 Prozent), feiner Rindenhumus (etwa 20 Prozent) sowie organischer Stickstoff in Form von Hornspänen und Spurenelemente als Urgesteinsmehl.

Das Ganze wird gut durchmischt und fertig ist die Blumenerde! Wer noch die

Kübel- oder Balkonkastenerde vom Vorjahr zur Verfügung hat, kann diese als Ausgangssubstrat benutzen und mit den genannten Zutaten verbessern.

 

Um die Balkon- oder Kübelerde zu verbessern, können folgende Zusätze dazu gegeben werden, die im gut sortierten Fachhandel erhältlich sind:

  • Tonmehl: Wenn das Ausgangssubstrat, die Gartenerde, einen hohen Sandanteil hat, sind geringe Zugaben von Tonmehl sinnvoll. Die Wasserbindung wird durch die Quellfähigkeit der Tonminerale gefördert. Diese verbinden sich mit dem Humus zu so genannten Ton-Humuskomplexen, die den Humus im Boden festhalten.
  • Gesteinsmehle: Zur Anreicherung mit Mineralstoffen und Spurenelementen sowie zur Optimierung des pH-Wertes sind Gesteinsmehle wie Urgesteinsmehl mit seinem hohen Anteil an Kieselsäure wichtig. Bei kalkreichen Erden sollten siliziumreiche, bei kalkarmen und sauren Erden kalkhaltige Gesteinsmehle verwendet werden. Die Mikrolebewesen reagieren positiv auf geringe Zugaben von Urgesteinsmehl und die Pflanzengesundheit wird gestärkt. Außerdem erhöhen sie die Aromastoffe in Obst und Gemüse (beispielsweise Tomaten).
  • Urgesteinsmehl ist auch als Zusatz zu Aussaat- und Anzuchterden ideal. Je feiner die Steinmehle, desto schneller werden sie durch das Bodenleben aufbereitet und den Pflanzen zur Verfügung gestellt. Denn Steinmehle enthalten zu rund 50 % Kieselsäure sowie viele Mineralstoffe (Kalzium-, Magnesium-, Kaliumoxid), wichtige Spurenelemente wie Bor, Chrom, Jod, Eisen, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Phosphor und Zink.
  • Hornspäne: Zur Versorgung der Pflanzen mit Stickstoff für ein gesundes Wachstum sind Hornspäne gut für alle Balkonkästen oder Kübel- und Topfkulturen geeignet. Denn Steinmehle enthalten zu rund 50 % Kieselsäure sowie viele Mineralstoffe (Kalzium-, Magnesium-, Kaliumoxid), wichtige Spurenelemente wie Bor, Chrom, Jod, Eisen, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Phosphor und Zink.

Aus Ostwestfalen-Lippe

Ein besonderes Moor, das größte Hochmoor Nordrhein-Westfalens findet sich in Ostwestfalen: das Große Torfmoor im Kreis Minden-Lübbecke. Mit großem Aufwand und der Unterstützung der Europäischen Union wird dort das Moor renaturiert.

www.life-torfmoor.de

 

 

Erlebniszentrum "Moorhus"

Der NABU-Kreisverband Minden-Lübbecke möchte die Umweltbildungsarbeit im Moorhus mit dem Schwerpunktthema „Mensch & Moor“ ausbauen.

Die bereits vorhandenen Angebote (Dauerausstellung, Moorführungen) sollen für verschiedene Zielgruppen erweitert werden.

Im Vordergrund der Bildungsarbeit steht die Förderung des Umweltbewusstseins. Direkte Naturerlebnisse und Wissensvermittlung sind die Voraussetzung dafür, dass sich Menschen auch zukünftig für den Erhalt des „Großen Torfmoores“ interessieren.

Weitere Informationen unter www.moorhus.eu

 

Pinnwand

Unterrichtsmaterialien

Linkliste

Moorlilie

www.nabu.de/moorschutz

Moorschutz, Naturschutzbund, NABU

 

www.nordwestreisemagazin.de/moor

Entstehung, Moorbildung, Kultivierung und Nutzung in Nordwestdeutschland

 

www.bund.net/naturschutz/moore/

Moore und Torf, Bund für Umwelt und Naturschutz

 

www.moortalk.de

Bilder und Informationen zum Großen Torfmoor

 

www.life-torfmoor.de

Seite des LIFE-Natur-Projekts, Regeneration des Großen Torfmoores

 

 

Verwandte Themen

Bildnachweis

Birkhuhn: © www.BUND.net / R. Engene

Moorschutz-Aktion: © www.nabu.de/fotos/ Michael Hanschke

Feuchtes Quellbiotop: © www.oekolandbau.de / BLE, Bonn/ Dominic Menzler

Moorlilie: © www.wikipedia.org /Elke Freese