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Baumschutz

Hintergrund

Apfelbaum umschlungen von einem Efeu und einer Rose

"Planst du für ein Jahr, so säe Korn. Planst du für ein Jahrtausend, so pflanze Bäume." Kuan Chung (chinesischer Minister)

 

Die allermeisten unserer Bäume sind angepflanzte Bäume, auch wenn hier und da Bäume spontan aufwachsen. Wir finden sie als Straßenbäume, auf Trümmerflächen, alten Friedhöfen, in Parkanlagen, Innenhöfen und privaten Gärten.

Würden die Menschen nicht in den Lauf der Dinge eingreifen, hätten wir in ganz Ostwestfalen eigentlich Eichen-Buchen-Wälder.

Bäume sind unersetzlich. Bäume sorgen für Sauerstoff, regulieren die Luftfeuchtigkeit und die Temperaten, Tiere finden bei ihnen Wohn- und Lebensraum, sie bieten Erholung und Orientierung.

Gerade in Städten sind sie besonders wertvoll, müssen aber mit vielfältigen Stressfaktoren fertig werden:

- Bodenversiegelung

- Streusalz, siehe hierzu auch das Thema Winterdienst

- Immissionen von Industrie, Hausfeuerung, Verkehr

- klimatischen Faktoren (Trockenheit)

- mechanischen Schädigungen (z.B. durch LKW's, Autos)

- Problemen mit unterirdischen Leitungen.

Das Stadtklima lässt nur noch eine kleine Anzahl von Baumarten zu. Viele (Stadt)Bäume sind den widrigen Verhältnissen nicht gewachsen.

Sehr häufig wurden Bäume wegen Baumaßnahmen, Verkehrsführungen oder weil sie als störend empfunden wurden gefällt.

Zum Schutz von Bäumen wurden in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Kommunen Baumschutzsatzungen eingeführt. Darin ist festgelegt, welche Bäume unter welchen Bedingungen und wann innerhalb bebauter Ortschaften gefällt werden dürfen und welche Bäume unter Schutz gestellt sind.  Immer wieder sind derartige Schutzbestimmungen in Städten und Gemeinden auch wieder gestrichen worden.

Rat und Tat

Baumschutzsatzungen

Derzeit haben Kommunen, in denen eine Baumschutzsatzung existiert diese unter „Satzungen“, „Ortsrecht“, bisweilen auch unter dem Suchbegriff „Stadtrecht“ ins Internet gestellt. Fündig wird man evtl. auch unter den Stichworten Rat und/bzw. Verwaltung, Baumschutzsatzung oder Satzung zum Schutz des Baumbestandes.

Der Eigentümer von Bäumen auf einem privaten Grundstück gibt sich selbst Regeln und Kriterien, nach denen Bäume erhalten werden sollen – oder auch nicht. Ohne Baumschutzsatzung gibt es für Bäume keine verbindlichen Regelungen.

In einer akzeptablen Baumschutzsatzung sollten folgende Punkte enthalten sein:

  • Geschützte Bäume sind alle Bäume ab einem Stammumfang von 60 cm, gemessen in 100 cm Höhe, einschließlich der Obstbäume mit Sonderbedingungen für Stammumfang und bei wirtschaftlich genutztem Obstanbau.
  • Der Schutz gilt v.a. den vorsorglichen Maßnahmen vor Zerstörung oder Schädigung der Bäume. – Jegliche Verletzung der Bäume bei Baumkontrollen, z.B. das Anbohren (Mattheck-Methode), ist nicht erlaubt.
  • Bei der Pflege und Erhaltung sind folgende Standards zu berücksichtigen:
  • Das Abschneiden von Ästen (Totholz entfernen usw.) darf nur von dafür ausgebildetem Fachpersonal vorgenommen werden.
  • Rigoroses ”Einkürzen”- wie es häufig praktiziert wird – ist wegen nachhaltiger Schädigung des Baumes zu unterlassen
  • Ersatzpflanzungen: Auch bei rechtskräftigen Ausnahmeregelungen, die zur Fällung eines Baumes führt (Bauvorhaben usw.) ist eine Ersatzpflanzung vorgeschrieben, die den errechenbaren finanziellen und ökologischen Gegenwert berücksichtigt. Ausgleichsmaßnahmen sind nur innerhalb eines eng bemessenen Raumes am Ort des gefällten Baumes möglich.
Und sie treibt noch immer – Linde in Beton gegossen; gesehen in Bielefeld

 

Baumschutz als Tierschutz

Als Lebensraum einer besonders geschützten Art gilt auch für den entsprechenden Baum nach dem Bundesnaturschutzgesetz ein besonderer Schutz (z.B. Höhlenbaum für Schwarzspecht oder Fledermäuse Fledermausschutz).

Während der Brutzeit, etwa in dem Zeitraum von Mitte März bis Mitte Juli, können Bäume wegen des Schutzes der Jungtiere grundsätzlich nicht gefällt werden.

 

Weiterer Baumschutz

Bäume außerhalb der Ortschaften können im Rahmen des Landschaftsschuztgesetzes geschützt sein. Der Schutz der Bäume im Außenbereich (d.h. in der freien Landschaft) gilt nach folgenden Gesetzen:

Bundesnaturschutzgesetz §18 (Naturschutzgebiet, Naturdenkmäler, Nationalparks, gesetzlich geschützte Biotope)

Landschaftsgesetz §45 (Landschaftsschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile - Alleen, Streuobstwiesen (diese sind per se geschützter Landschaftbestandteil)

Gemeindeordnung NRW § 7

 

Zuständig für den Schutz von Bäumen können sein:

Straßenbauämter bei Bundes-, Landes-, Kreisstraßen (www.straßen.nrw.de)

Städte und Gemeinden bei kommunalen Straßen

private Eigentümer

Forstverwaltungen u.a.

 

Schutz vor den Bäumen? - Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen

Durch umstürzende Bäume oder abbrechende Äste kann es zu Unfällen kommen. Deshalb sind die Eigentümer der Grundstücke, auf denen die Bäume wachsen, vom Gesetzgeber verpflichtet worden für Leib und Leben der PassantInnen Sorge zu tragen. Bisweilen werden diese Vorschriften aber auch zur Rechtfertigung missbraucht, einen Baum los zu werden. Baumsicherheitsgutachten können zu sachlichen Argumenten beitragen. So genannte „Baumkontrollen“ durch Experten sollen den Verantwortlichen Rechenschaft über den Zustand des Baumbestandes geben.

 

Baumschutz bei Baumaßnahmen:

Alle geschützten Bäume müssen in den Lageplänen beim Baugenehmigungsverfahren eingetragen sein; bei Baumaßnahmen sind alle Bäume zu sichern.

Andernfalls kann man wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt werden: Der angerichtete Schaden (Zerstörungen und Beeinträchtigungen) muss in vollem Umfang ersetzt werden; zudem muss ein Bußgeld erlassen werden, das der Schwere des Vergehens – in diesem Falle des Verstoßes gegen ein dem Gemeinwohl entstandenem materiellen und ideellen Schadens – angemessen entspricht.

Jede kommunale Behörde und jeder Rat hat sich bei eigenen Maßnahmen nach der Baumschutzsatzung zu richten.

(zitiert aus den Forderungen des BUND– NRW zum Baumschutz)

 

Alleen

Alleen gliedern und prägen Landschaften. Von unschätzbarem Wert sind sie auch, weil sie Biotope verbinden, Tieren Lebensraum bieten und z.B. Feinstaub filtern.

Doch die noch vorhandenen Alleen sind durch Straßenausbau, Streusalz und unsachgemäße Schnittmaßnahmen bedroht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND, hat sich darum mit einem Projekt das Ziel gesetzt Alleen zu erhalten und zu erweitern. www.bund.net/alleen.

Informationen zu Alleen in Nordrhein-Westfalen - mit der Möglichkeit der Prüfung und Ergänzung - finden Sie unter

www.umwelt.nrw.de/naturschutz/alleen

 

Aus Ostwestfalen-Lippe

Bielefelder Bäume

Hier können Sie selber etwas tun, um die schönsten Bäume Ihrer Heimat zu schützen: Fotografieren Sie Ihre Lieblingsbäume und schicken Sie die Bilder an die angegebene Adresse. „Ihre“ Bäume werden auf dieser Seite erscheinen. Dadurch wird sichtbar, wie wertvoll und wichtig jeder dieser Bäume für viele Menschen ist. Das beeindruckt auch die Eigentümer der Bäume. Sehen Sie selbst unter

www.bielefelder-baeume.de

 

 

Ansprechpartner

Trauben-Eiche

BUND-Kreisgruppe Bielefeld

Umweltzentrum Bielefeld
August-Bebel-Straße 16-18
33602 Bielefeld
E-Mail: service@bund-bielefeld.de

 

Denk mal Baum

Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins, der BUND-Kreisgruppe Bielefeld und des Vereins "pro grün" setzen sich in der Gruppe "Denk mal Baum" für den Baumschutz ein. Alte, ehrwürdige Bäume zu schützen und zu erhalten ist das Ziel. Es werden Exkursionen und Spaziergänge zu den Baumveteranen der Region angeboten. Weiter Informationen unter www.denkmalbaum.de

Pinnwand

Ein Baum für jedes Kind

Im Rahmen ihres Projekts "Ein Baum für jedes Kind" organisiert die Deutsche Umweltstiftung bundesweit Baumpflanzaktionen mit Schülern. Dabei bekommt jedes Kind einen eigenen - heimischen - Sämling, den es selbst pflanzen darf und auch später betreut und pflegt.
Schulen, die sich an diesem Projekt beteiligen, erhalten eine kostenlose Aktionsmappe, in der zahlreiche Materialien zur Vorbereitung im Unterricht enthalten sind. Gemeinsam erarbeiten sich die Klassen Wissen zum Thema Umwelt & Natur und entwickelt so ganz praktisch Umweltbewußtsein - die eigentliche Pflanzaktion ist dann der Höhepunkt des Projektes, zugleich aber auch Anlass zur weiteren Beschäftigung. Kostenlos teilnehmen können die Jahrgangsstufen 3 bis 7 aller Schularten.

Allerdings gibt es leider zur Zeit eine Warteliste von über 900 Schulen, die noch nicht berücksichtigt werdeb konnten. Bis zum 21. Dezember 2015 lief deshalb eine Crowdfunding-Kampagne der Deutschen Umweltstiftung um so weiteren Schulen eine Teilnahme zu ermöglichen. Auch nach dieser Kampagne kann das Projekt selbstverständlich weiterhin unterstützt werden. Alle Informationen finden Sie unter www.deutscheumweltstiftung.de/spenden

 

Feld-Ahorn

Der Baum des Jahres 2016

Seit 1989 wird jedes Jahr vom Kuratorium "Baum des Jahres" ein Baum gekürt.  2016 ist es die Winter-Linde (Tilia cordata).

Die Winter-Linde hat eine lange, steil aufragende Krone. Sie ist seltener anzutreffen als die Sommer-Linde und bleibt  auch kleiner als diese. Ihre Blätter sind nur mittelgroß und herzförmig. Sie ist in Mitteleuropa überall verbreitet und dabei doch nicht allzu häufig. Am besten wächst sie im Mittelgebirge. Weitere Informationen und wunderbare Bilder zur Winter-Linde finden Sie unter Baum des Jahres.

 

Ein alter Baum ist ein Stück Leben.

Er beruhigt. Er erinnert. Er setzt das sinnlos

heraufgeschraubte Tempo herab, mit dem man unter großem

Geklapper am Ort bleibt. Und diese alten sollen

dahingehen, sie, die nicht von heute auf morgen nach-

wachsen? Die man nicht nachliefern kann?

Kurt Tucholsky

 

 

Unterrichtsmaterialien

Baum für Baum. Jetzt retten wir Kinder die Welt.

"Wir haben dieses Buch für Menschen wie uns geschrieben. Denn wir müssen es ausbaden, wenn die Erwachsenen die weltweiten Probleme nicht lösen.

Mit diesem Buch wollen wir euch zeigen, wie toll es ist, sich zu engagieren. Wir erzählen euch unsere Geschichte: warum wir handeln und was wir tun können, damit wir eine positive Zukunft haben. Wir wollen euch zeigen, wie spannend es ist, mehr über unsere Welt, das Klima und die Zusammenhänge zu erfahren und wie viel Spaß es macht, mit Kindern auf der ganzen Welt zusammen anzupacken.

Natürlich verraten wir euch auch, wie ihr mit uns gemeinsam aktiv werden könnt. Denn Reden allein stoppt das Schmelzen der Gletscher nicht:

Stop talking. Start planting. Nicht reden, pflanzen!"

Wie die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai ruft Felix Finkbeiner dazu auf, Bäume zu pflanzen um CO2 zu binden und um ein Zeichen zu setzen für mehr Klimagerechtigkeit. "Plant for the Planet" will zusammen mit Kindern aus der ganzen Welt eine Milliarde Bäume pflanzen. Dieses Buch stellt die jungen Klimaschützer und ihre Idee vor. Es erklärt auf einfache Weise den Klimawandel und zeigt, wie Kinder und Erwachsene aktiv werden können.

Finkbeiner, F. (2010). Baum für Baum. Jetzt retten wir Kinder die Welt. München. oekom Verlag.

Mehr zu der Initiative im Internet unter plant-for-the-planet.org

 

(Laub) Baum-Bestimmung für Kinder

Erklärt werden der Aufbau und die Form der Blätter, der Rinde und der Früchte

uni-frankfurt-baumseite

 

 

 

Linkliste

Wildapfel

Baumkunde, Baumbestimmung

www.baumkunde.de

 

Baumpflege-Lexikon - Grundlagenwissen über Bäume

www.baumpflege-lexikon.de

 

Informationen des Naturschutzbundes (NABU) zum Baumschutz

www.nabu.de/themen/naturschutz

 

Baumschutz-Seite und Baumschutzsatzung der Stadt Detmold

www.stadtdetmold.de/baumschutz

 

Baumschutz und Naturdenkmale

www.bielefelder-baeume.de

 

Alleenschutz

www.bund.net/alleenschutz

 

Deutsches Baumarchiv

deutschesbaumarchiv.de

 

Bundesamt für Naturschutz

www.bfn.de

 

 

Literatur

Bernd Ullrich, B./ Kühn, S./Kühn, U. (2012). Unsere 500 ältesten Bäume. München. BLV Buchverlag.

 

Finkbeiner, F. (2010). Baum für Baum. Jetzt retten wir Kinder die Welt. München. oekom Verlag.

 

Laudert, D. (2009). Mythos Baum - Was Bäume uns Menschen bedeuten. München: BLV-Verlag.

 

Mayer, J. (2009). Welcher Baum ist das? Bäume, Sträucher, Ziergehölze. Stuttgart. Kosmos Verlag.

 

Roloff, A. (2008). Baumpflege. Baumbiologische Grundlagen und Anwendung. Stuttgart. Ulmer Verlag.

 

Lehmann, I./ Rohde,M. (2006). Alleen in Deutschland. Bedeutung, Pflege und Entwicklung. Edition Leipzig.

 

 

 

 

 

 

 

Verwandte Themen

Bildnachweis

Umschlungener Apfelbaum: Margarete Rühl, Umweltzentrum Bielefeld

Einbetonierte Linde: Margarete Rühl, Umweltzentrum Bielefeld

Trauben-Eiche: A. Roloff http://baum-des-jahres.de/index.php?id=565

baum-des-jahres.de

Feld-Ahorn: A. Roloff

baum-des-jahres.de

Wild-Apfel: A. Roloff http://baum-des-jahres.de/index.php?id=565

baum-des-jahres.de